Konjunkturbericht Bankenverband rechnet für Herbst mit schleppender Wirtschaftserholung

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) rechnet im Herbst mit einer schleppenden wirtschaftlichen Erholung in Deutschland.

Bankenverband rechnet für Herbst mit schleppender Wirtschaftserholung

Frühestes für den Sommer des laufenden Jahres sei ein "Ende des gesamtwirtschaftlichen Schrumpfungsprozesses" zu erwarten, teilte der Branchenverband in seinem Konjunkturbericht mit. Für das erste Vierteljahr 2009 ließen sämtliche Frühindikatoren ein weiteres deutliches Minus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) befürchten. Die weltweit sehr expansive Geld- und Fiskalpolitik, der stark gesunkene Ölpreis und die rückläufige Inflationsrate stützten jedoch die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Stabilisierung ab Jahresmitte.

Als Begründung für die derzeit schlechte wirtschaftliche Situation nannte der Bankenverband den rasanten Rückgang bei den Auftragseingängen, die den dramatischen Einbruch bei der Industrieproduktion vorzeichnet. Hinzu komme, dass sich die Rezession seit Dezember vergangenen Jahres auch sichtlich am deutschen Arbeitsmarkt niederschlage. Die nun wieder steigende Arbeitslosigkeit belaste den privaten Konsum über den Ausfall von Kaufkraft.

Positiv für den Herbst stimmen laut Bankenverband die ersten vorsichtige Hoffnungszeichen bei einigen Stimmungsindikatoren. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sowie der Ifo-Geschäftsklimaindex hätten sich zuletzt leicht verbessert. "Für begründete Konjunkturhoffnungen sind diese Signale aber noch zu schwach", heißt es weiter im BdB-Konjunkturbericht.

Unterdessen hat der Bundesverband angesichts der Ausgaben für die Konjunkturpakete die Politik vor einer Vernachlässigung der Haushaltskonsolidierung gewarnt. Er begrüße das Vorhaben der Bundesregierung, einen Teil der anfallenden Staatsverschuldung in den kommenden Jahren zu tilgen sowie die Verständigung der Föderalismuskommission auf eine Schuldenbremse, teilte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Manfred Weber, mit.

Der Bundestag hatte am Freitag das größte staatliche Konjunkturprogramm in der Nachkriegsgeschichte auf den Weg gebracht. Das Paket umfasst 50 Milliarden Euro.

ddp