Europäische Zentralbank Schwächephase der Wirtschaft in Eurozone wird lange anhalten

Nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) wird die derzeitige akute Schwächephase der Wirtschaft der Eurozone noch für einige Zeit anhalten.

Schwächephase der Wirtschaft in Eurozone wird lange anhalten

Wie die Notenbank in ihrem Monatsbericht schreibt, hat sich die Konjunktur sowohl weltweit als auch im Euroraum aufgrund der Verschärfung und Ausweitung der Finanzmarktturbulenzen deutlich abgeschwächt. Die Wirtschaftsaktivität im Euroraum dürfte im vierten Quartal "sehr kräftig" gefallen sein. Daten zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) werden am Freitag veröffentlicht.

Volkswirte gehen davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone im vierten Quartal um 1,3 Prozent im Quartalsvergleich geschrumpft ist.

Trotzdem gibt es nach EZB-Angaben erste positive Entwicklungen. Demnach sind Anzeichen einer Stabilisierung ersichtlich. Der externe wie auch der binnenwirtschaftliche Preisdruck hätten nachgelassen. "Der EZB-Rat geht weiterhin davon aus, dass die Teuerungsraten im Euro-Gebiet auf die für die Geldpolitik relevante mittlere Frist im Einklang mit Preisstabilität stehen und somit die Kaufkraft der privaten Haushalte im Euroraum stützen", erklärte die Notenbank. Es werde angenommen, dass der Inflationsdruck wegen der niedrigeren Rohstoffpreise und der sich abzeichnenden Nachfrageschwäche weiter abnehmen wird. Im Januar war die Teuerung in der Eurozone mit nur noch 1,1 Prozent auf das niedrigste Niveau seit Sommer 1999 gefallen.

Beobachter erwarten, dass die Notenbank Anfang März ihren Leitzins um weitere 50 Basispunkte auf das Rekordtief von 1,50 Prozent senken könnte. Seit Oktober 2008 hat die Notenbank ihre Schlüsselsätze um insgesamt 225 Basispunkte heruntergeschleust.

ddp