Deutschland muss seinen Titel als Exportweltmeister 2008 offenbar noch nicht an China abgeben. "Es sieht so aus, als könnte es noch reichen", sagte der Präsident des Bundesverbands des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton Börner.
Deutschland noch Exportweltmeister
Eine gewisse Unsicherheit herrsche derzeit noch, weil dem Verband endgültige Zahlen der chinesischen Wirtschaft noch nicht vorlägen.
Die deutschen Exporte sind 2008 nach Rückgängen zum Jahresende insgesamt noch leicht gestiegen. Die Ausfuhren erhöhten sich laut Statistischem Bundesamt im Vorjahresvergleich um 2,8 Prozent auf 992,7 Milliarden Euro. Die Importe stiegen um 5,8 Prozent auf 814,5 Milliarden Euro.
Für das laufende Jahr rechnet der BGA weiter mit einem Exportrückgang. "Im ersten Halbjahr wird es schwierig bleiben", prognostizierte Börner. "Wir setzen mehr auf das zweite Halbjahr." Dann würden aller Voraussicht nach die internationalen Konjunkturprogramme in allen wichtigen Märkten umgesetzt. Mit einer konkreten Prognose hielt sich der BGA-Präsident allerdings zurück. Als grober Richtwert werde für 2009 mit einem Rückgang der Exporte etwa zwischen vier und sechs Prozent gerechnet.
Die weltweite Wachstumsschwäche schlug sich 2008 in der deutschen Außenhandelsbilanz nieder. Die exportabhängige Volkswirtschaft schloss laut Statistikamt mit einem Handelsbilanzüberschuss von 178,2 Milliarden Euro ab, während im Vorjahr noch ein Plus von 195,3 Milliarden Euro verzeichnet wurde.
Börner sagte weiter, die Jahresbilanz des deutschen Außenhandels bleibe hinter den Erwartungen zurück. "Die Finanzmarktkrise ist nun endgültig im deutschen Außenhandel angelangt", fügte er hinzu. Ein entscheidender Faktor zur Überwindung der Krise sei die Sicherstellung des freien Handels.
Allein im Dezember wurden Waren im Wert von 67,4 Milliarden Euro ausgeführt. Das ist laut Bundesbehörde gegenüber dem Vorjahresmonat ein Minus von 7,7 Prozent. Die Importe sanken derweil um 3,3 Prozent auf 60,4 Milliarden Euro. Kalender- und saisonbereinigt nahmen im Dezember die Ausfuhren im Vergleich zum November um 3,7 Prozent und die Einfuhren um 4,1 Prozent ab. Die Handelsbilanz wies den Angaben zufolge damit einen Überschuss von 6,9 Milliarden Euro aus. Volkswirte hatten ein Plus von 8,4 Milliarden Euro erwartet.
In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union wurden 2008 Waren im Wert von 630,8 Milliarden Euro versandt sowie Waren im Wert von 522,6 Milliarden Euro von dort bezogen. Im Vergleich zu 2007 stiegen die Versendungen in EU-Länder um 1,1 Prozent, die Importe aus diesen Ländern erhöhten sich um 5,1 Prozent.
ddp