Neues Modell DIW fordert höhere Renten für Geringverdiener

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schlägt eine Änderung der Rentenformel als Maßnahme gegen die drohende Altersarmut vor. "Wir wollen, dass auch Geringverdiener künftig eine ausreichende Rente aus eigener Kraft verdienen können", sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann.

DIW fordert höhere Renten für Geringverdiener

Danach soll künftig auch die Lebenserwartung der Rentner in der Formel berücksichtigt werden. Menschen mit höherem Einkommen lebten statistisch länger, erläuterte Zimmermann. Deshalb bezögen sie nach dem geltenden System für jeden eingezahlten Euro deutlich mehr Rente als Bezieher niedriger Einkommen.

Hintergrund für den Vorschlag ist die Absenkung des Rentenniveaus bis 2030. Nach Berechnungen des DIW sinkt die durchschnittliche Rentenhöhe damit um 15 Prozent. So rutschen dem Institut zufolge Geringverdiener künftig schneller unter die Armutsgrenze. Vor allem für Ostdeutschland sei die Entwicklung besorgniserregend. Denn während in Westdeutschland die Nettovermögen seit 2002 um gut elf Prozent angestiegen seien, seien sie in Ostdeutschland um knapp zehn Prozent gesunken. Bei Berücksichtigung der Inflation sank der Wert der privaten Vermögen im Osten den Angaben nach sogar um 17 Prozent.

Im Gegensatz zu dem Vorstoß von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) müsse nach dem DIW-Modell die Aufstockung der Mini-Renten nicht steuerfinanziert werden, betonte Zimmermann. Denn wer sehr wenig verdient, erhält bei seiner Monatsrente zwar etwas mehr. Bei Spitzenverdienern führe jeder zusätzlich verdiente Euro aber zu einem etwas flacheren Anstieg der künftigen Rente.

ddp