Konflikt um Gaslieferungen dauert an Gas-Speicher sinken schneller als erwartet

Russland hofft noch vor dem Gas-Gipfeltreffen am Samstag auf einen Fortschritt im Streit mit der Ukraine. Ziel sei es, noch vor Samstag ein Konsortium aus internationalen Energiekonzernen aufzustellen, sagte Alexander Medwedew, stellvertretender Chef des staatlichen russischen Versorgers Gazprom.

Gas-Speicher sinken schneller als erwartet

Gazprom kann nach eigenen Angaben augenblicklich den Transport von Erdgas beginnen. Die Ukraine drängt allerdings weiterhin auf die Unterzeichnung eines Abkommens, das die technischen Bedingungen für den Transport klärt. Unterdessen verringern sich offenbar die Gasreserven in Deutschland schneller als erwartet.

Dennoch "stellt sich die Situation in den Gasspeichern im Moment noch entspannt dar", teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Zuvor hatte die "Financial Times Deutschland", unter Berufung auf Zahlen der Gasspeicher-Organisation Gas Storage Europe (GSE) berichtet, dass bei einem weiteren Ausbleiben der Gaslieferungen über die Ukraine der Füllstand der Speicher bereits in der kommenden Woche unter 50 Prozent zu sinken drohe.

Laut Ministerium biete der Füllstand der Gasspeicher derzeit noch keinen Grund für Besorgnis. Dazu müsse man wissen, "dass es normal ist, dass im Winter die Gasspeicher zu einem Teil entleert werden", sagte ein Sprecher. "Zu Spitzenzeiten, gerade bei den Temperaturen, die in den letzten Wochen geherrscht haben, ist es normal, dass die Vorräte etwas aufgebraucht werden", versicherte er. Dies wäre auch bei reibungsloser Lieferung über die Pipeline durch die Ukraine der Fall.

Unterdessen dringt die Bundesregierung nach den Worten von Vize-Regierungssprecher Thomas Steg weiter auf eine umgehende Aufnahme der russischen Gaslieferung nach Westeuropa. Die Probleme zwischen Russland und der Ukraine könnten nicht zulasten Deutschlands oder Europa gelöst werden, sagte Steg. Das werde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch am späteren Nachmittag bei ihrem Treffen mit dem russischen Regierungschef Wladimir Putin deutlich machen.

Merkel erwarte, dass Russland den vertraglichen Verpflichtungen "uneingeschränkt" nachkomme, betonte Steg. Alles andere bedeute für Moskau einen Verlust an Verlässlichkeit. Denn offene Streitfragen auf Kosten anderer Staaten lösen zu wollen, das sei im 21. Jahrhundert "eine völlig inakzeptable Situation". Die Versorgung der Gaskunden habe Priorität, da sei die Schuldfrage "nachrangig".

Derweil erklärte die tschechische EU-Ratspräsidentschaft, dass die Situation für die slowakische Wirtschaft in nächster Zukunft kritisch werde und die Lieferungen an die Verbraucher gekürzt würden.

ddp