Leuchtfeuer in rauer See

Positiver Verlauf der Internationalen Handwerksmesse

Von Lothar Semper

Leuchtfeuer in rauer See

In die Internationale Handwerksmesse wurden im Vorfeld viele Hoffnungen gesetzt. Und diese Hoffnungen wurden nicht enttäuscht. 170.000 Besucher kamen, sahen, kauften so bilanzierte die Gesellschaft für Handwerksmessen. Dahinter stehen ein merkliches Plus bei den Besuchern, aber auch zufriedene Aussteller. Damit können sich auch all diejenigen bestätigt sehen, die auf eine Stärkung des Binnenmarktes setzen. Kommt die Binnennachfrage weiter in Schwung, so würde der Wirtschaftsabschwung sicherlich nicht ganz so gravierend ausfallen.

Binnenmarkt als Stütze

Denn die Meldungen der Branchen, die vom Export und von Investitionsgütern besonders abhängig sind, klingen in diesen Tagen teilweise schon dramatisch. Dementsprechend gehen auch die Wachstumsprognosen immer weiter nach unten. Auch die Bundesregierung hat wohl die Hoffnung auf ein Minus von nur gut zwei Prozent schon aufgegeben. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird die Weltwirtschaft in diesem Jahr erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg schrumpfen.

Dass dies ein Land, das so vom Export abhängig ist wie Deutschland, besonders trifft, versteht sich von selbst. Deshalb ist es so wichtig, dass die Binnennachfrage in die Gänge kommt. Der von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung ermittelte Konsumklimaindex steigt derzeit noch. Ob dieser Anstieg von Dauer ist, hängt sicherlich maßgeblich von den Arbeitsmarktdaten ab. Sollten diese negativ werden, insbesondere auch weil Kurzarbeit in Arbeitslosigkeit mündet, dann ist zu befürchten, dass die Verbraucher deutlich zurückhaltender werden.

Weltweit wird um die besten Rezepte gegen die globale Finanz- und Wirtschaftskrise gerungen. Die Dramatik spiegelt sich im Kurs der amerikanischen Notenbank wider: Um die Gefahr einer Deflation zu vermeiden, werden Unmengen von Geld in den Markt gepumpt auch auf die Gefahr hin, dass dadurch mittelfristig eine Inflation ausgelöst wird. Nicht wenige besorgte Zeitgenossen fragen sich wohl auch zu Recht, wie und wann die Staaten ihre aktuellen Rekordverschuldungen jemals wieder zurückführen wollen. Aber was wären die Alternativen zum derzeitigen staatlichen Handeln? Die Bundesregierung hat zweifellos Recht, wenn sie derzeit weitere Konjunkturpakete ablehnt und dazu rät, die Wirkungen der bisherigen Maßnahmen abzuwarten. Aber sie könnte sich durchaus dazu durchringen, im steuerlichen Bereich aktiver zu werden.