Statistisches Bundesamt Deutsche Wirtschaft bricht 2008 ein

Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr deutlich weniger stark gewachsen als noch 2007. Das Der weltweite Wirtschaftsabschwung hat Deutschland im vergangenen Jahr hart getroffen. Das Bruttoinlandsprodukt hat sich 2008 nur noch um 1,3 Prozent erhöht. Dies ist das schwächste Wachstum seit 2004.

Deutsche Wirtschaft bricht 2008 ein

2007 war die deutsche Wirtschaft zwar noch um 2,5 Prozent gewachsen, den Titel als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt hat Deutschland jedoch bereits vor zwei Jahren verloren. Die chinesische Volkswirtschaft ist laut revidierten Berechnungen der heimischen Statistikbehörde 2007 nach den USA und Japan die drittgrößte der Welt gewesen und hat Deutschland auf den vierten Platz verdrängt.

Volkswirte hatten für das vergangene Jahr ein BIP-Plus von 1,4 Prozent prognostiziert. Nur im ersten Quartal des vergangenen Jahres verzeichnete die deutsche Wirtschaft mit einem Plus von 1,4 Prozent eine Expansion. Im zweiten und dritten Quartal fiel das BIP hingegen um 0,4 Prozent beziehungsweise 0,5 Prozent. Im vierten Quartal, für das noch keine offiziellen Zahlen vorliegen, dürfte das BIP dem Vernehmen nach noch stärker gesunken sein.

Das Wachstum sei 2008 "schwächer als erwartet" ausgefallen, sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Die im vergangenen Jahr durch die "globale Finanzmarktkrise und den weltweiten Wirtschaftsabschwung verursachte Rezession mache sich bereits in den Wirtschaftsdaten" deutlich bemerkbar. Impulse fürs Wachstum seien von den Bruttoinvestitionen, dem Staatskonsum und den Vorratsveränderungen gekommen. Der private Konsum stagnierte, die Importe nahmen um 5,2 Prozent zu.

Bezüglich des Exports sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler: "Vom Außenhandel gingen 2008 sogar negative Effekte aus auf die wirtschaftliche Entwicklung. Die deutschen Exporte stiegen mit 3,9 Prozent deutlich schwächer als in den letzten beiden Jahren." Mit Blick auf das laufende Jahr sagte Egeler, dass angesichts der jüngsten Ergebnisse der Konjunkturindikatoren, doch "eher pessimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Monate" geblickt werden müsse.

Viele Ökonomen rechnen mittlerweile für 2009 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 2,0 bis 3,0 Prozent. Es wäre der stärkste Wirtschaftsabsturz in der Geschichte der Bundesrepublik. Angesichts des prognostizierten Anstiegs der Arbeitslosigkeit erwarten Volkswirte zunächst auch keine Erholung des privaten Konsums. Unternehmensnachrichten sorgen unterdessen kaum für gute Stimmung. Die Deutsche Bank erklärte, dass sie für das vergangene Jahr mit einem Nettoverlust von 3,9 Milliarden Euro rechnet.

Nadine Schimroszik/ddp