Nur wenige Stunden nach der Wiederaufnahme der Gaslieferungen über die Ukraine nach Europa ist die Versorgung erneut zum Erliegen gekommen. Laut dem russischen Konzern Gazprom hat die Ukraine die Lieferungen blockiert.
Gaslieferungen nach Europa erneut gestoppt
Demnach habe das Land Gazprom mitgeteilt, die für Europa bestimmten Mengen selbst zu verwenden. Zugleich verweigere die Ukraine den EU-Beobachtern den Zutritt zu Teilen der Anlagen. Gazprom hat eigenen Angaben zufolge die EU über die Vorgänge informiert.
Nach sechstägiger Unterbrechung hatte Russland am Dienstagmorgen wie angekündigt seine Gaslieferungen nach Europa wieder aufgenommen. Vorerst würden täglich mehr als 76 Millionen Kubikmeter Gas geliefert, teilte Gazprom mit. Davon gingen vertragsgemäß knapp 63 Millionen Kubikmeter in die Balkanregion, die verbleibende Menge sei für moldawische Kunden bestimmt. Russland und die Ukraine streiten seit Wochen über die Lieferbedingungen von Erdgas.
Russland hatte die Wiederaufnahme der Lieferungen am Montag zugesagt, nachdem eine Vereinbarung über die Überwachung des Gastransports durch internationale Beobachter von allen beteiligten Seiten unterzeichnet worden war. Zuvor hatte Russland eine erste Vereinbarung für ungültig erklärt, da die Ukraine bei der Unterzeichnung des Dokuments eine Ergänzung angefügt hatte. Die Ukraine unterzeichnete es daraufhin erneut, diesmal ohne Ergänzung.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat zur Erörterung des Themas Versorgungssicherheit für Donnerstag eine Arbeitsgruppe einberufen. Dabei würden vor allem die Themen Diversifizierung der Bezugsquellen und Transportwege, Flüssiggas sowie Gasspeicher eine Rolle spielen. Erdgas wird Glos zufolge auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zum Energiemix leisten.
ddp