Der "preußische" Kavallerist
Peer Steinbrück, seines Zeichens Bundesfinanzminister und oberster Krisenmanager, kann ein harter Hund sein und liebt martialische Auftritte. Dass er auch etwas übrig hat für rhetorische Hammerschläge, bewies er unlängst mit einem Vergleich der Schweizer mit Indianern. Denen müsse man nur mit der Kavallerie drohen, meinte er, und spielte damit auf die Absicht der OECD an, die den Alpenstaat auf die Liste geächteter Steuerparadiese setzen wollte bis die lautstark Paroli blasenden Alphörner röchelnd verstummten, und die Schweiz der Schleifung ihres berühmtesten Exportartikels, des Bankgeheimnisses also, zustimmte. Das erinnert nun nicht mehr an eine granitene Bergfestung, sondern eher an einen löchrigen Emmentaler.
Nun könnte es aber durchaus sein, dass sich der streitbare Peer vergaloppiert hat und aus dem Gipfeldschungel unseres schönen Nachbarlandes nicht mehr herausfindet. Denn die ganze Schweiz macht sich daran, wacker und unerschrocken wie ein einziger Wilhelm Tell, auf den „preußischen“ Kavalleristen einzuhämmern. Da ist zum Beispiel von einem Onlineportal die Rede, das der aufgestauten Verärgerung der Eidgenossen ein Ventil öffnet und zu verbalen Klatschen gegen den deutschen Cheffinanzer aufruft.
Nichts da! Wir unterstützen unseren Kavalleristen, das ist klar. Da können noch so viele schweizerische Komantschen ihre Tomahawks werfen. Dafür aber soll er für uns sein eigenes kleines Bankgeheimnis lüften: Wo sind sie denn geblieben, die vielen Milliarden an Steuermehreinnahmen der vergangenen Jahre? Er hat sie doch hoffentlich nicht in die Schweiz transferiert, odrrr!?
rom