Statistisches Bundesamt Deutsche Exporte brechen ein

Die Wirtschaftskrise hinterlässt auch bei den deutschen Exporten Spuren. Im November 2008 brachen die Ausfuhren deutlich ein. Der letzte ähnlich starke Rückgang innerhalb eines Monats datiert aus dem Jahr 1990.

Deutsche Exporte brechen ein

Der Wert der Ausfuhren betrug 77,1 Milliarden Euro und lag damit um 10,6 Prozent unter dem Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das sei der stärkste Rückgang innerhalb eines Monats seit 1990 gewesen. Auf Jahressicht seien die Ausfuhren um 11,8 Prozent zurückgegangen. Eingeführt worden seien Waren im Wert von 67,4 Milliarden Euro. Das seien 5,6 Prozent weniger als im Vormonat und 0,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Der deutsche Handelsbilanzüberschuss fiel dadurch im November deutlich niedriger aus als erwartet. Wie das Bundesamt weiter mitteilte, wies die Handelsbilanz einen Überschuss von 9,7 Milliarden Euro auf. Volkswirte hatten einen positiven Saldo von 16,2 Milliarden Euro erwartet. Die Nachfrage nach Produkten deutscher Unternehmen sei sowohl innerhalb als auch außerhalb der Eurozone deutlich zurückgegangen. Für die Leistungsbilanz insgesamt, die unter anderem auch den Handel mit Dienstleistungen umfasst, wiesen die Statistiker für November einen Überschuss von 8,6 Milliarden Euro nach 19,7 Milliarden Euro im November 2007 aus.

Volkswirte sprachen vor allem mit Blick auf den Export von katastrophalen Daten. Die Daten würden darauf hinweisen, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2008 kräftig gefallen sei. Die weiteren Aussichten seien düster. "Die Daten stützen unsere Sicht, dass das deutsche BIP im vierten Quartal um den Rekordbetrag von zwei Prozent gegenüber dem dritten Quartal gefallen ist", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

ddp