Umfrage Mittelständische Unternehmen sind pessimistischer

Die mittelständischen deutschen Unternehmen blicken pessimistischer in die Zukunft. Bei der Herbstumfrage des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) erwartet nur noch jedes dritte befragte Unternehmen "sehr gute oder gute" Geschäfte für die kommenden sechs Monate.

Deutsche Mittelständler sehen dunkle Wolken aufziehen. Foto: ddp

Mittelständische Unternehmen sind pessimistischer

Vor allem die Bauindustrie und Unternehmen mit einer hohen Exportquote erwarten laut Wallau in den kommenden sechs Monaten schlechtere Geschäfte. Insgesamt rechneten 39 Prozent der befragten Unternehmen mit einer Abwärtsbewegung der Wirtschaft und begründeten dies vor allem mit einer nachlassenden Nachfrage im Inland und höheren Rohstoff- und Energiepreisen.

"Der Abschwung ist beim Mittelstand angekommen", betonte der Vorsitzende des BDI-Mittelstandsausschusses, Arndt G. Kirchhoff. Allerdings zeige die Umfrage, dass die Unternehmen gut vorbereitet seien und in den vergangenen Jahren ihre Wettbewerbsfähigkeit gestärkt hätten. Froh stimme ihn auch, dass es bislang noch nicht zum Abbau von Arbeitsplätzen gekommen sei.

Der Herbstumfrage zufolge beurteilten die Befragten die politischen Rahmenbedingungen deutlich negativer als noch im Frühjahr. Viele erwarteten einen politischen Stillstand, sagte Wallau. Derzeit stellten knapp 28 Prozent der Politik ein "schlechtes/sehr schlechtes" Zeugnis aus. Die Aussichten für die nächsten zwölf Monate bewerteten sogar fast 46 Prozent als "schlecht oder sehr schlecht".

Wachstumsoffensive gefordert

Kirchhoff zufolge muss der Staat eine Wachstumsoffensive starten. Dazu gehöre ein für den Industriestandort Deutschland tragbarer Kompromiss beim Emissionshandel sowie verstärkte Investitionen, ein Bürokratieabbau sowie die Entlastung von Unternehmen und Beschäftigten durch die Senkung der Lohnzusatzkosten.

Nach Angaben von Peter Englisch von der Beratungsfirma Ernst & Young sollte über ein Rettungspaket für mittelständische Unternehmen nachgedacht werden. Besonders gefährdete Branchen seien die Autoindustrie und damit verbundene Bereiche.

Der Chefvolkswirt der IKB Deutsche Industriebank, Kurt Demmer, sagte: "Die Unternehmen stehen vor etlichen schwierigen Monaten und auch Quartalen mit rückläufigen Umsätzen und rückläufigen Erträgen. Die Zahl der Insolvenzen wird in einigen Branchen merklich zunehmen".

ddp