Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) hat seine Wachstumsprognose für Deutschland deutlich gesenkt und erwartet nun für 2009 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts.
OECD rechnet mit rasch steigender Arbeitslosigkeit
Nachdem bislang ein BIP-Plus von 1,1 Prozent erwartet worden war, werde nun mit einem Rückgang um 0,8 Prozent gerechnet, teilte die OECD mit. Für dieses Jahr senkte die Organisation ihre Erwartung zudem von 1,9 auf 1,4 Prozent. 2010 werde die deutsche Wirtschaft um 1,2 Prozent wachsen.
Grund für das Schrumpfen der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr ist nach Auffassung der OECD-Forscher der weltweite Abschwung, der zu einer geringeren Auslandsnachfrage und sinkenden Investitionsausgaben führen wird. "Deutschland, das hoch abhängig vom internationalen Handel ist, dürfte ernsthaft vom globalen Abschwung über niedrigeres Wachstum der Exportmärkte, speziell für Investitionsgüter, getroffen werden", erklärte die OECD.
Auch für die Eurozone erwartet die OECD eine schlechtere Entwicklung als bislang. Nachdem noch vor rund zwei Wochen von einem Wachstum in diesem Jahr von 1,1 Prozent ausgegangen worden war, werde nun nur noch mit einem BIP-Plus von 1,0. Für nächstes Jahr sieht die Organisation eine um 0,6 Prozent schrumpfende Wirtschaftsleistung. Mitte November war noch von einem Minus von 0,5 Prozent ausgegangen worden.
Nach OECD-Auffassung stehen fast alle Industrieländer in einer Rezession oder sind kurz davor. Allen großen Volkswirtschaften – USA, Eurozone und Japan – sagt die OECD für 2009 eine sinkende Wirtschaftsleistung voraus, für 2010 wird moderates Wachstum erwartet. Die Entwicklung könnte dazu führen, dass in den kommenden zwei Jahren acht Millionen Menschen in den Industrieländern in die Arbeitslosigkeit fallen. Gleichzeitig, so die in Paris ansässige Institution, werde die Inflation in fast allen Industrieländern stark abnehmen.
ddp