Monatsbericht November des Bundesfinanzministeriums Abschwung hält 2009 an

Der Abschwung der deutschen Wirtschaft wird sich nach Einschätzung des Bundesfinanzministeriums im kommenden Jahr fortsetzen.

Abschwung hält 2009 an

"Die weiter in die Zukunft reichenden Indikatoren signalisieren, dass die Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität bis in das Jahr 2009 hinein anhalten dürfte", heißt es im Monatsbericht November. Die Auftragseingänge in der Industrie gingen deutlich zurück, und die Stimmungsindikatoren in der gewerblichen Wirtschaft seien abwärts gerichtet.

Auch auf dem Arbeitsmarkt würden erste Anzeichen der konjunkturellen Abkühlung sichtbar. "Obwohl der Arbeitsmarkt derzeit noch in sehr guter Verfassung ist, dürfte sich die konjunkturelle Verlangsamung 2009 auch auf die Beschäftigung negativ auswirken", sagte Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen.

Die fortschreitende Abkühlung der Weltwirtschaft führt laut dem Bericht zu erhöhten Belastungen für die Exporte. "Für die nächsten Monate haben sich die Exportaussichten merklich verschlechtert", stellte das Ministerium von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) fest. Deutschland sei insbesondere durch eine konjunkturelle Abschwächung in den wichtigsten Handelspartnerländern betroffen.

Der private Konsum sei im dritten Quartal zwar leicht angestiegen, es sei "jedoch ungewiss, ob damit bereits eine grundlegende Tendenzwende zum Besseren eingeleitet wurde". Die Auswirkung der im September und Oktober eingetretenen Verschärfung der internationalen Finanzkrise und die jüngsten Produktionseinbußen in der Autoindustrie hätten die Verbraucher wahrscheinlich verunsichert. Die Angst vor Arbeitsplatzverlust könnte das Konsumentenvertrauen beeinträchtigen.

Auch die schlechte Stimmung im Einzelhandel deute darauf hin, dass die Konsumschwäche anhalten könnte. Die etwas nachlassende Inflation bedeute "noch keine Entwarnung für den privaten Konsum", hob das Ministerium hervor. Das Niveau der Verbraucherpreise liege immer noch in etwa auf dem hohen Stand zur Jahresmitte 2008. "Die Kaufkraft der privaten Haushalte ist damit noch deutlich belastet", stellte das Ministerium fest.

ddp