
Umweltbranche profitiert
„Was für George W. Bush die Ölindustrie war, ist für Barack Obama die Branche der erneuerbaren Energien.“ Das Bonmot zirkuliert derzeit in Washington. Es steht für eine Epochenwende, denn der neue US-Präsident nimmt Klimaschutz und Energiewende ernst. Im 800-Milliarden-Dollar-Konjunkturprogramm spielen sie eine zentrale Rolle. Binnen drei (!) Jahren will Obama die Energieerzeugung aus Sonne, Wind und Co. in den USA verdoppeln. Die Hinwendung der neuen US-Administration zu mehr Öko bedeutet für die deutsche Umweltbranche vor allem eines: viel Gutes. Der US-Markt ist auch ein deutscher, denn der Technologie- und Kapazitätsvorsprung der deutschen Unternehmen kann selbst in dynamischen US-Wachstumsphasen nicht von heute auf morgen aufgeholt werden. Das heißt Export und Expansion – von Produktionskapazitäten und möglicherweise auch von Fabriken. Und die Kreditklemme? Sie wird sich nicht sofort in Luft auflösen, aber sobald die Banken überhaupt wieder Kredite vergeben, werden Umweltbetriebe zu den ersten Adressen gehören. Denn eines ist klar: Der Richtungswechsel in Washington wird eine gewaltige Sogwirkung entfalten. Die USA sind das große Wohlstandsvorbild der Welt. Wenn die USA vorlegen, werden andere nachziehen. Der Umstieg auf saubere Energien wird dann zum globalen Megatrend. Und alle, die dabei sein wollen, sind auf grüne Produkte „made in Germany“ angewiesen. Dabei drängt die Zeit. Denn die Mutation der USA von einem Importland grüner Produkte zu einem Exportland wird nicht ewig auf sich warten lassen. Ab dann heißt das Motto: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Aber auch davor muss sich hierzulande niemand fürchten.