Verdacht der Untreue gegen fünf Vorstandsmitglieder Razzia bei der Kfw

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt haben die Geschäftsräume der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau in Frankfurt am Main durchsucht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen KfW-Vorstände wegen des Verdachts der Untreue.

In der Zentrale der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Frankfurt am Main durchsuchte die Staatsanwaltschaft am 22. Oktober die Geschäftsräume. Foto: ddp

Razzia bei der Kfw

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Müller-Scheu, sagte dem Nachrichtensender n-tv, das Ermittlungsverfahren richte sich gegen fünf KfW-Vorstände und den Leiter des Risiko-Managements. „Zwei dieser Vorstände sind bereits entlassen“, sagte Müller-Scheu. Gemeint sind damit die beiden Vorstände Peter Fleischer und Detlef Leinberger, denen der KfW-Verwaltungsrat Ende September fristlos gekündigt hatte.

Mit dem Verfahren will die Staatsanwaltschaft feststellen, ob die Verantwortlichen der Bank ihre Vermögensbetreuungspflichten „in strafrechtlich relevanter Weise verletzt haben“, teilte die Behörde mit. Dies wäre der Fall, wenn sie, trotz des Wissens um die sich abzeichnenden Liquiditätsprobleme bei der US-amerikanischen Bank und vor dem Hintergrund der beginnenden internationalen Bankenkrise, die Überweisung in dreistelliger Millionenhöhe nicht verhindert haben.

Die KfW teilte unterdessen mit, man kooperiere „intensiv“ mit der Staatsanwaltschaft, so wie man es auch schon seit Bekanntwerden der Strafanzeigen getan habe. Bereits vor der Durchsuchung habe die KfW der Staatsanwaltschaft zahlreiche Dokumente zur Verfügung gestellt. Dies werde man auch weiterhin so handhaben, hieß es.

Obwohl bereits zuvor in der Presse über ein Scheitern der Rettung von Lehman Brothers berichtet worden war, war der Millionenbetrag am 15. September überwiesen worden. Medienberichten zufolge wurde die Überweisung zwar zeitweise gestoppt, weil sie wegen mangelnder Kontodeckung nicht habe ausgeführt werden können. Erst als das Konto eigens aufgefüllt worden war, sei der Auftrag ausgeführt worden.

Laut KfW war das Risiko des Devisengeschäfts vor dem 15. September nicht erkannt worden. Die zuständige Abteilung hatte für den Tag der Überweisung zwar eine Sitzung angesetzt, die Überweisung sei aber schon rund eine Stunde vor dem Treffen vorgenommen worden.

ddp