Zum ersten Mal seit sieben Jahren gibt es zum Start des Ausbildungsjahres mehr Ausbildungsplätze als Bewerber.
Lehrstellenlücke geschlossen
Auch Politik und Wirtschaftsverbände zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden. Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt sprach von einer "positiven Zwischenbilanz für das Ausbildungsjahr 2008.“ Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Branchen und Regionen große Unterschiede. So konnte die Gesamtwirtschaft die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zwar um 1, 7 Prozent 539.560 steigern. Im Handwerk nahm die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge jedoch um 1,6 Prozent auf 153.000 leicht ab.
Wie ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer mitteilte, ist dies vor allem auf die Lage in Ostdeutschland zurückzuführen. "Dort bleiben aufgrund der dramatisch gesunkenen Zahl der Schulabgänger viele Ausbildungsstellen unbesetzt“, sagte er. Ingesamt sei dort die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 11,6 Prozent zurückgegangen. Die Handwerkskammern im Westen hätten dagegen ein Plus von 0,4 Prozent gemeldet.
In einer Vielzahl von Branchen suchten Handwerksbetriebe „händeringend nach guten Bewerbern“, sagte Schleyer. Noch immer würden rund 6.000 offene Stellen bei den Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern angeboten, sagte er und appellierte an die Jugendlichen, ihre Chancen bei der Nachvermittlung zu nutzen.
Um Angesichts des drohenden Fachkräftemangels die Situation am Ausbildungsmarkt weiter zu verbessern, wollen Politik und Wirtschaft vor allem die Berufsorientierung der Jugendlichen in den Schulen verbessern. Außerdem soll die schulische und berufliche Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund deutlich verbessert werden. "Es darf kein Talent verloren gehen“, sagte Hund.
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