Handwerkswirtschaft: Betriebe investieren weniger
Signale für Abschwung verstärken sich
Das Handwerk konnte sich zuletzt der gesamtwirtschaftlichen Konjunkturkrise nicht mehr entziehen. Entsprechend hat sich die Stimmung in den Betrieben im Laufe des Berichtszeitraumes stärker als saisonüblich abgekühlt. Der Geschäftsklimaindex rutschte gegenüber dem Vorquartal von 75 auf 67 Punkte ab, wobei vor allem die Erwartungskomponente für die Verschlechterung verantwortlich war. Der Rückstand zum Vorjahresniveau hat sich zwar auf sechs Punkte vergrößert, von einem massiven Einbruch kann aber bisher keine Rede sein. Die Beschäftigung hat in den letzten Wochen im Wesentlichen saisonbedingt abgenommen. Parallel dazu begann sich aber auch der allgemeine Wirtschaftsabschwung immer deutlicher auf die Personalentwicklung in Teilbereichen des Handwerks auszuwirken. Ende Dezember 2008 dürfte die Beschäftigtenzahl den vergleichbaren Vorjahresstand knapp unterschritten haben. Im Jahresdurchschnitt 2008 verzeichnete das Handwerk aufgrund der günstigen Entwicklung in der ersten Jahreshälfte allerdings noch ein leicht positives Ergebnis.
Die Kapazitätsauslastung der Betriebe ist vom 3. auf das 4. Quartal hauptsächlich aus saisonalen Gründen von 75 auf 73 Prozent gesunken. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert gab es nur eine leichte Abschwächung. Dies deutet darauf hin, dass sich das Handwerk in der allgemeinen Konjunkturkrise bisher noch relativ gut behaupten konnte.
Beim Auftragseingang als typischem Frühindikator zeigten sich die Auswirkungen der gesamtwirtschaftlichen Abwärtsbewegung am deutlichsten. Vor allem der Autohandel sowie die Zulieferer meldeten einen empfindlichen Bestellrückgang. Auch im gewerblichen Bau waren infolge der gesamtwirtschaftlichen Konjunkturabkühlung erste Abschwächungstendenzen erkennbar. Schließlich hielten sich die privaten Haushalte angesichts der unsicheren Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage mit der Anschaffung von Konsumgütern zurück. Der verlangsamte Ordereingang ließ das Auftragspolster des Gesamthandwerks binnen Jahresfrist etwas abschmelzen, und zwar von 1,2 auf zuletzt 1,1 Monate.
Die Umsätze nahmen im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorquartal jahreszeitlich bedingt weiter zu. Allerdings fiel der Zuwachs wegen des eingetrübten konjunkturellen Umfeldes merklich verhaltener aus als sonst üblich. Insbesondere im Kraftfahrzeuggewerbe zeigte die Umsatztätigkeit aufgrund der zugespitzten Automarktkrise deutliche Bremsspuren. Somit dürfte das Handwerk auch das entsprechende Vorjahresergebnis knapp verfehlt haben.
Die Investitionsneigung hat zuletzt angesichts der verschlechterten Konjunkturaussichten spürbar nachgelassen. Zudem wirkten die höheren Kreditanforderungen investitionshemmend. Insgesamt war die Bereitschaft, Ausrüstungsgüter anzuschaffen oder Baumaßnahmen durchzuführen, signifikant schwächer als vor einem Jahr.