Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im August erwartungsgemäß weiter eingetrübt, wobei vor allem die Zuversicht in der Industrie abnahm.
Wirtschaftsstimmung in Eurozone trübt sich leicht ein
Der von der Europäischen Kommission veröffentlichte Index zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung sank von 89,5 Punkten im Vormonat auf 88,8 Punkte. Dies ist der niedrigste Indexwert seit März 2003. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 89,0 erwartet.
Während die Zuversicht in der Industrie und im Einzelhandel sank, verbesserte sich das Verbrauchervertrauen überraschend erstmals im laufenden Jahr wieder. Auch in der Bauwirtschaft und im Dienstleistungssektor hellte sich die Stimmung auf.
Auch das Geschäftsklima in der Eurozone trübte sich im August im Vergleich zum Vormonat weiter ein. Wie die Europäische Kommission weiter mitteilte, fiel der entsprechende Index auf minus 0,33 Punkte von revidiert minus 0,20 im Juli. Zuletzt hatte der Stimmungsindex im Juni 2005 mit minus 0,41 niedriger gelegen.
Die Arbeitslosenquote in der Eurozone ist im Juli wie erwartet auf dem Niveau des Vormonats geblieben. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg bekanntgab, betrug die Arbeitslosenquote 7,3 Prozent. Im Juli 2007 hatte die Quote bei 7,4 Prozent gelegen. Nach Schätzungen von Eurostat waren im Juli in der Eurozone 11,372 Millionen Menschen arbeitslos. Bei den Eurostat-Zahlen handelt es sich um saisonbereinigte Daten, die gemäß den Kriterien der International Labour Organization (ILO) ermittelt werden.
Der Preisauftrieb in der Eurozone hat sich im laufenden Monat angesichts der gesunkenen Ölpreise etwas stärker als erwartet verringert. Wie Eurostat nach einer ersten Vorabschätzung mitteilte, dürften die Verbraucherpreise im August – gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) - um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen sein. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten eine Teuerung von 3,9 Prozent vorhergesagt, nachdem die Inflation im Juni und Juli mit jeweils 4,0 Prozent den höchsten Stand seit Einführung des Euro verzeichnet hatte.
Damit liegt die Teuerung in der Eurozone allerdings weiterhin doppelt so hoch wie die Preisstabilitätsnorm der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB sieht Preisstabilität bei einer Inflation von "unter, aber nahe zwei Prozent" erreicht.
ddp