Statistisches Bundesamt Wirtschaftswachstum schrumpft im zweiten Quartal

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland ist im zweiten Quartal zum ersten Mal seit vier Jahren gesunken. Das Bruttoinlandsprodukt fiel gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent schwächer aus.

Wirtschaftswachstum schrumpft im zweiten Quartal

Es handelt sich um den ersten BIP-Rückgang seit dem dritten Quartal 2004, teilte das Statistisches Bundesamt mit. Damals war das BIP um 0,2 Prozent gefallen. Zugleich war es die stärkste Abwärtsbewegung in einem Quartal seit Frühjahr 1998.

"Die Wachstumsabschwächung im zweiten Quartal hatten wir erwartet", erklärte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Allerdings habe sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandskraft der deutschen Wirtschaft verbessert. Deswegen halte die Bundesregierung an "ihrer bewusst vorsichtigen" Wachstumsprognose von real 1,7 Prozent für dieses Jahr fest.

Volkswirte hatten einen Rückgang erwartet. Sie begründeten ihre Prognose vor allem mit der Abnahme der Wirtschaftsleistung aufgrund von Rückgängen im Bausektor. Allerdings waren sie sogar von einem Minus von 0,7 Prozent ausgegangen. Die Statistikbehörde führte als Gründe für das gesunkene Wirtschaftswachstum zudem rückläufige Konsumausgaben der privaten Haushalte und geringere Anlageinvestitionen auf.

In den ersten drei Monaten des Jahres war das BIP, das den Wert der im Inland erwirtschafteten Leistung misst, um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag das BIP im zweiten Quartal in kalenderbereinigter Rechnung wie erwartet um 1,7 Prozent höher als vor einem Jahr.

ddp