Die Energiepreise werden immer mehr zur Belastung für Selbstständige. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks schlägt Modelle zum Gegensteuern vor und hofft, dass ein Erfolgsmodell weiter gefördert wird.
Energetische Sanierung weiter fördern
"Die energiesparende Sanierung von Wohnungen und Wohnhäusern ist ein Erfolgsmodell", konstatiert Hanns-Eberhard Schleyer in einem Interview mit der Zeitschrift "Euro am Sonntag". Der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) sieht in der energetischen Gebäudesanierung einen wichtigen Antriebsmotor für die Baukonjunktur und verlangt deshalb neue Anreize. "Je niedriger die Förderzinsen sind, desto reger ist die Inanspruchnahme dieser Kredite der KfW. Für die teure Sanierung alter Wohnhäuser wäre auch eine Kombination aus Zuschuss und Förderkredit hilfreich", schlägt Schleyer vor. Das seien jedoch nicht die einzigen Möglichkeiten: Man könne eine Energiesparprämie einführen. "Bei einer Investition von 20.000 Euro sollte ein Steuerpflichtiger über fünf Jahre 25 Prozent der Investitionen von der Steuerschld abziehen können, also fünfmal 1.000 Euro." Als investitionsschützende Maßnahme im öffentlichen Bereich kann sich der ZDH-General eine "Stärkung und mittelstandsgerechte Ausgestaltung von Maßnahmen des sogenannten Private-Public-Partnership PPP" vorstellen.
Wohnriester wird langfristig Konjunktur ankurbeln
Von der von Bundestag und Bundesrat kürzlich beschlossenen Wohnriester-Förderung erwartet Schleyer keinen unmittelbaren Wachstumsschub. Dennoch bezeichnet er das Gesetz als "wichtig und richtig, weil Wohnen in den eigenen vier Wänden nunmehr gleichgestellt wird mit anderen Formen der Altersvorsorge". Mittel- und langfristig schätzt der Generalsekretär des ZDH die Wohnriester-Förderung als Motor für die Baukonjunktur ein. "Die Eigenheimrente wird Auswirkungen auf die Nachfrage nach Dienstleistungen im Bau- und Ausbaugewerbe und damit auf Wachstum und Beschäftigung haben."
Einige Handwerke profitieren von hohen Energiepreisen
Differenziert betrachtet das Handwerk die steigenden Energiepreise. Denn auf der einen Seite lösen diese Investitionen aus, um Energie und Sprit zu sparen. Davon profitieren Bau- udn Ausbaubetrieb sowie das Kfz-Handwerk. "Negativ ist die drastisch steigende Belastung für energieintensiv produzierende Handwerksbetriebe und solche mit größeren Fahrzeugflotten", sagt Schleyer. "Wenn dann noch deutlich höhere Rohstoffpreise dazu kommen, wird es oft knapp für die Betriebe, erste Insolvenzen werden gemeldet." Höhere Preise könne nämlich nur jeder fünfte Betrieb durchsetzen.
Die schwarz-rote Bundesregierung fordert Schleyer deswegen zum Gegensteuern auf. Zwar sei für die Handwerksbetriebe Energie sparen angesagt, doch für viele seien die Spielräume sehr eng. "Die Rufe nach Änderungen bei der Ökosteuer werden lauter", hat der ZDH-Generalsekretär vernommen. Deshalb fordert er, den Sockelbetrag zu verändern. "Er diskriminiert Kleinbetriebe und lässt ihre Lasten schneller als bei Großbetrieben steigen."
pc
