Die Lebenshaltungskosten haben sich im Juni wegen stark gestiegener Energie- und Lebensmittelpreise so stark erhöht wie seit über 14 Jahren nicht mehr. Auch die Jahresteuerung in der Eurozone stieg im Juni auf einen Rekordwert.
Preise steigen um 3,3 Prozent
Die Verbraucherpreise legten gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,3 Prozent zu, teilte das Statistische Bundesamt mit. Dies sei die höchste Teuerungsrate seit Dezember 1993, als die Preise um 4,2 Prozent gestiegen waren. Im Mai hatte die Inflationsrate bei 3,0 Prozent gelegen.
Die hohe Jahresteuerungsrate sei geprägt vom starken Preisauftrieb für Energie und Nahrungsmittel, hieß es. Diese beiden Bereiche erklären nach Angaben der Statistiker weit mehr als die Hälfte der gesamten Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr und umfassen etwa 20 Prozent der Ausgaben der privaten Haushalte.
So verteuerten sich bei den Energieprodukten im Jahresvergleich vor allem leichtes Heizöl um 61,9 Prozent und Kraftstoffe und 15,0 Prozent. Der Preis für Strom stieg um 7,2 Prozent. Ohne Einrechnung der Preisentwicklung für Energie hätte die Teuerungsrate lediglich 1,9 Prozent gelegen.
Nahrungsmittel wurden um 7,6 Prozent teurer
Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich den Angaben zufolge im Juni auf Jahressicht um 7,6 Prozent. Vor allem die Preise für Molkereiprodukte und Eier erhöhten sich um 18,9 Prozent. Beispielsweise wurde Quark um 31,1 Prozent und Schnittkäse um 27,0 Prozent teurer. Auch die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse lagen mit einem Plus von 9,1 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert.
Billiger wurden den Angaben zufolge hingegen langlebige Gebrauchsgüter. Ihre Preise sanken binnen Jahresfrist um 0,7 Prozent. So gingen beispielsweise die Preise für Notebooks um 27,6 Prozent zurück, Fernseher sind 18,9 Prozent günstiger.
Auch Preise in EU steigen
Auch der Preisauftrieb in der Eurozone hat sich im Juni wie erwartet deutlich beschleunigt. Wie die EU-Statistikbehörde Eurostat mitteilte, erhöhten sich die Lebenshaltungskosten um 4,0 Prozent auf Jahressicht. Das entspricht der ersten Vorabschätzung von Ende Juni. Im Vormonatsvergleich stiegen sie um 0,4 Prozent.
Die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Jahresteuerung hat zugleich das höchste Niveau seit Einführung der Gemeinschaftswährung Euro 1999 erreicht. Eurostat machte dafür vor allem die rasante Entwicklung der Energiepreise verantwortlich.
Für die Preise ohne Energie und unverarbeitete Nahrungsmittel wurde ein Anstieg um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Im Vergleich zum Mai 2008 ergab sich eine Zunahme um 0,1 Prozent. Größte Inflationsverursacher in der Eurozone waren laut Eurostat auch im Juni die Bereiche Energie und Nahrungsmittel. Preisrückgänge gab es hingegen in der Kategorie Nachrichtenübermittlung. Auf Monatssicht verteuerten sich Energieträger im Juni um 2,5 Prozent, deutlich billiger als im Mai waren hingegen Bekleidungsartikel und Schuhe.
Im Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate stiegen die Verbraucherpreise in der Eurozone um 2,9 Prozent. Die Lebenskosten in der gesamten Europäischen Union erhöhten sich nach Angaben der Statistikbehörde im Juni sogar um 4,3 Prozent auf Jahressicht und um 0,4 Prozent gegenüber Mai.
ddp
