Die Bundesnetzagentur hat überraschend die zulässigen Renditen für die deutschen Strom- und Gasnetzbetreiber erhöht und damit ihre bisherigen Planungen noch einmal revidiert.
Mehr Rendite für Strom- und Gasnetzbetreiber
Wie die Bonner Behörde mitteilte, werden die Eigenkapitalzinssätze für Neuinvestitionen ab 2009 auf einheitlich 9,29 Prozent angehoben. Altanlagen werden ab dem kommenden Jahr mit 7,56 Prozent vor Steuern verzinst. Damit will die Behörde die Anreize für Investitionen in das deutsche Strom- und Gasnetz erhöhen.
Bisher hatte die von der Netzagentur den Stromnetzbetreibern 7,91 Prozent genehmigt, den Gasnetzbetreibern 9,21 Prozent. Nach dem bisherigen Entwurf wollte die Regulierungsbehörde die Eigenkapitalzinssätze eigentlich auf einheitlich 7,82 Prozent senken.
Nach den Worten von Netzagentur-Präsident Matthias Kurth betreffen die neuen Zinssätze Investitionen im Netzbereich in Höhe von 8,6 Milliarden Euro, die von den Unternehmen beantragt wurden. Davon entfielen 6,2 Milliarden Euro auf die vier deutschen Betreiber von Hoch- und Höchstspannungsnetzen, also E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall Europe.
Die jetzige Entscheidung sei ein "deutliches Signal für attraktive Bedingungen für Investitionen in Strom- und Gasnetze", sagte Kurth. Niemand in Deutschland müsse sein Netz verkaufen, weil die Renditen hier zu gering seien.
Gleichzeitig plädierte die Behörde für die Zusammenlegung der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber im Strommarkt zu einer gemeinsamen Netz AG. Durch den Wegfall der bisherigen vier Regelzonen könnten jährliche Synergien im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erreicht werden. Zudem würden die Marktstrukturen vereinfacht und die deutsche Position im europäischen Strom-Verbundnetz gestärkt. Eine Netz AG erleichtere zudem den Stromhandel. Derzeit betreiben die vier Betreiber E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall Europe ihr Netz jeweils in einer festen Zone in eigener Verantwortung.
ddp