Das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsinstitut in Essen hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr deutlich angehoben.
RWI hebt Wachstumsprognose für 2008 an
Es sei davon auszugehen, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 2,2 Prozent wachse, teilte das Institut mit. Zuvor waren die Essener von einem Wachstum von 1,7 Prozent ausgegangen.
Die höhere Prognose für 2008 reflektiere in erster Linie die unerwartet kräftige Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu Beginn des Jahres, hieß es zur Begründung. Dieses habe sich im ersten Quartal saison- und arbeitstäglich bereinigt um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal erhöht. Der Anstieg sei jedoch unter anderem darauf zurückzuführen, dass viele Unternehmen ihre Lager aufgefüllt hätten.
Da es nach Einschätzung der Experten inzwischen zahlreiche Indikatoren für eine nachlassende Konjunktur gibt, korrigierte das RWI seine Prognose für das kommende Jahr nach unten. Während die Experten im März noch ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent für das kommende Jahr erwartet hatten, gingen sie nun nur noch von einem Zuwachs um 1,5 Prozent aus.
Hinweis auf die schwächer werdende Konjunktur sei unter anderem die rückläufige Industrieproduktion, die im April bereits den dritten Monat in Folge gesunken war, hieß es weiter. Der Auftragseingang in der Industrie sinke bereits seit Dezember vergangenen Jahres. Außerdem ging das RWI davon aus, dass der starke Euro sowie hohe Energie- und Rohstoffpreise die deutsche Wirtschaft zunehmend belasten werden. Die Inflation werde in diesem Jahr durchschnittlich bei drei Prozent liegen. Der Anstieg der Realeinkommen werde dadurch spürbar gedämpft.
Auch die Geldpolitik werde durch die Teuerungsrate beeinflusst, schätzten die Experten. Erwartet werde daher ein restriktivere Politik, die die Inflation eindämmen, gleichzeitig aber die Konjunktur zusätzlich belasten dürfte.
ddp