Die deutsche Wirtschaft hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres das höchste Wachstum seit fast zwölf Jahren verzeichnet. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zum Jahresbeginn 2008 um 1,5 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2007.
Stärkstes Wachstum seit zwölf Jahren
Im Gesamtjahr 2007 hatte sich das Wachstum auf 2,5 Prozent belaufen. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum sei das BIP im ersten Quartal dieses Jahres preisbereinigt um 1,8 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Kalenderbereinigt habe der Zuwachs sogar 2,6 Prozent betragen. Hier hatten Volkswirte lediglich 1,8 Prozent vorausgesagt.
Abkühlung im zweiten Quartal erwartet
Getragen worden sei das Wachstum sowohl von der inländischen Nachfrage als auch vom Außenhandel. Volkswirte hatten im Vorfeld darauf verwiesen, dass die insgesamt starke Wachstumsentwicklung im ersten Quartal auf zahlreiche Sonderfaktoren zurückzuführen gewesen sein dürfte. Für das zweite Quartal wird deshalb weithin mit einer deutlichen Wachstumsabkühlung gerechnet. Detaillierte Angaben zu den einzelnen BIP-Komponenten auf der Verwendungs- und Entstehungsseite wird Destatis für das erste Quartal am 27. Mai vorlegen.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) betrachtet das anhaltend starke Wirtschaftswachstum vor allem als Ergebnis früherer Reformen. "Arbeitnehmer und Betriebe haben die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft so verbessert, dass uns nicht mehr jeder Windhauch umwirft. Dieses wertvolle Kapital müssen wir durch weitere Reformen pflegen, um weiter Wachstum und Arbeitsplatze zu schaffen", sagte Glos.
Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer erklärte, dass im Quartalsvergleich lediglich 0,5 Prozentpunkte der Entwicklung etwa auf das milde Winterwetter und damit verbundene positive Folgen für den Bau zurückzuführen seien. Grundsätzlich habe es eine Stärke bei fast allen Komponenten – Investitionen, Exporten und etwas verhaltener beim privaten Verbrauch – gegeben. "Wir sehen hier für Deutschland ein äußerst seltenes Ereignis: Der tendenzielle Wirtschaftsabschwung in dem wir uns befinden, mündet nicht in einer harten Landung", sagte Krämer. Vor diesem Hintergrund erhöhte er seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft von 1,8 auf 2,4 Prozent für 2008.
ddp