Der Arbeitsmarkt hat auch im April von der Frühjahrsbelebung profitiert. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist auf 3,414 Millionen Menschen gesunken.
Weniger Arbeitslose im April
Damit ging die Arbeitslosenquote im Vergleich zum März um 0,3 Prozent auf 8,1 Prozent zurück. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) bekräftigte ungeachtet dessen sein Ziel der Vollbeschäftigung. "Vieles spricht dafür, dass der gute Trend weiter anhält", sagte Scholz. Es werde Schritt für Schritt gelingen, die Zahl der Arbeitslosen zu reduzieren. Das Ziel müsse jetzt lauten, dass "wir in Deutschland auch wieder Vollbeschäftigung" erreichen. Es mache aber keinen Sinn, Prognosen hierzu abzugeben.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) erklärte, dass gerade in Zeiten gestiegener Risiken sehr darauf geachtet werden muss, die Wachstums- und Widerstandskraft der deutschen Wirtschaft weiter zu stärken. Die aktuelle Beschäftigungsdynamik werde nur erhalten, wenn das Erwirtschaften vor das Verteilen gesetzt werde.
94.000 weniger Arbeitslose als im März
Die Zahl der Arbeitslosen ging im Vergleich zum Vormonat um 94.000 zurück. Gegenüber dem Vorjahresmonat reduzierte sich die Zahl um 563.000. Saisonbereinigt erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen im März um 55.000 Personen. Damit waren 39,925 Millionen Personen erwerbstätig, 683.000 mehr als vor einem Jahr. Den Angaben zufolge nahm die Arbeitslosigkeit im Westen Deutschlands um 55.000 auf 2,216 Millionen Menschen ab und im Osten um 38.000 auf 1,198 Millionen Menschen.
Nach BA-Angaben fiel der saisonübliche Rückgang der Arbeitslosigkeit im April geringer aus als erwartet. Gründe seien der vergleichsweise milde Winter, die dämpfende Wirkung des Saison-Kurzarbeitergeldes und ein Ausfall der internen Computersysteme bei der Agentur. Der durch den Ausfall bedingte höhere Ausweis der Arbeitslosigkeit werde im Mai wieder ausgeglichen. Derzeit handele es sich um eine Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau, sagte Bundesagentur-Vorstandsmitglied Raimund Becker.
Bankenvolkswirte erklärten, dass wegen der Technikprobleme die Daten zum Arbeitsmarkt diesmal eine eingeschränkte Aussagekraft hätten. DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki erklärte: "Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt setzt sich fort, doch Mitte des Jahres droht das Ende des Beschäftigungszuwachses." Deswegen fordere der DGB von der Bundesregierung eine aktivere Konjunkturpolitik mit mehr Investitionen in Bildung, Verkehr und ökologische Modernisierung.
Scholz erklärte unterdessen, dass die Zahl der arbeitsmarktpolitischen Instrumente in Deutschland reduziert werden soll, um den bürokratischen Aufwand in den Agenturen zu verringern. Das offizielle Gesetzgebungsverfahren solle noch vor der Sommerpause beginnen. Ziel sei, dass zum 1. Januar 2009 dieser Modernisierungsschritt zustande gebracht ist.
Nadine Schimroszik/ddp