Statistisches Bundesamt Konjunktur noch im grünen Bereich

Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr gegenüber 2006 um 2,5 Prozent gewachsen. Für das laufende Jahr rechnet das Statistische Bundesamt mit einem deutlich schwächeren Wachstum.

Konjunktur noch im grünen Bereich

Angesichts der sich abschwächenden Weltwirtschaft – vor allem wegen der starken konjunkturellen Abkühlung in den USA infolge der Immobilienkrise – rechnen die Statistiker mit einem Wachstum zwischen 1,5 und 2,0 Prozent.

In den letzten drei Monaten 2007 verzeichnete die Wirtschaft eine deutliche Abkühlung der Wachstumsdynamik. So stieg das BIP zwischen Oktober und Dezember 2007 preis-, saison- und kalenderbereinigt wie von Bankvolkswirten erwartet um lediglich 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im dritten Quartal war die deutsche Wirtschaft noch um 0,7 Prozent gewachsen, im zweiten Quartal um 0,2 Prozent und in den ersten drei Monaten des Jahres um 0,6 Prozent. Damit revidierten die Statistiker den Wert für das erste Quartal um 0,1 Prozentpunkte hoch, den Wert für das zweite Quartal hingegen um denselben Betrag runter.

Niedrigste Jahresrate seit zwei Jahren

Auf Jahressicht lag das BIP im Schlussviertel des vergangenen Jahres kalenderbereinigt um 1,8 Prozent höher, was ebenfalls den Vorhersagen entsprach. Es war die niedrigste Jahresrate seit zwei Jahren. Das Bundesamt verwies darauf, dass das vierte Quartal 2007 einen Arbeitstag weniger aufgewiesen habe als das entsprechende Vorjahresquartal.

DIHK rechnet mit 2 Prozent Wachstum

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist trotz schwächerer Wachstumsaussichten optimistisch für die Entwicklung der deutschen Konjunktur in 2008. Die Konjunktur befinde sich "noch im grünen Bereich", teilte der DIHK als Ergebnis seiner Frühjahrsumfrage mit. Für das laufende Jahr bestätigte der DIHK seine Wachstumsprognose von 2,0 Prozent. "Die Geschäftsaussichten weisen auf ein weiterhin substanzielles Wachstum der Gesamtwirtschaft hin, wenngleich sich das Tempo verringert.". Wachstumgeber seien die robusten Exportgeschäfte sowie die ausgeprägte, wenn auch etwas geringere Investitionsneigung der Unternehmen.

Ähnlich argumentierte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU): "Die Konjunktur in Deutschland befindet sich trotz einer vorübergehend etwas reduzierten Geschwindigkeit nach wie vor auf einem positiven Wachstumskurs". Besonders erfreulich sei, dass das Wirtschaftswachstum mit einer weiterhin dynamischen Beschäftigungsentwicklung einhergeht.

Gutes Wachstum ist kein Selbstläufer

Auf Grundlage der aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes gab der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) eine vorsichtige Prognose ab. "Ein gutes Wachstum 2008 ist kein Selbstläufer", erklärte BGA-Präsident Anton Börner. Um den Aufschwung kraftvoll fortsetzen zu können, müssten klare politische Impulse gesetzt werden. Vor allem dem Konsum müssten Impulse gegeben werden. Dazu gehöre es, über die Senkung von Steuern, Beiträge und Bürokratie zu sprechen und nicht über Mindestlöhne und Managergehälter.

Laut DIHK lassen sich erste positive Signale eines veränderten Konsumverhaltens und eine leichte Stabilisierung im privaten Verbrauch erkennen. Belastend auf die Konjunktur wirkten sich jedoch die Mehrwertsteuererhöhung, die Abkühlung der US-Konjunktur, der starke Euro und der gestiegene Ölpreis aus. Diese Faktoren hätten "deutlich zugenommen". "Bisher hätten sich die Unternehmen in der Breite der gewerblichen Wirtschaft jedoch erfolgreich gegen die Belastungen stemmen können", teilte der DIHK mit. Sie seien weniger energieabhängig und könnten auch die Wechselkursbelastungen besser tragen. Zudem stünden deutsche Unternehmen eher in einem Qualitäts- als in einem Preiswettbewerb.

Mit einem schwächeren Wachstum rechnen von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragte Fachleute 2008 auch im Euro-Raum. Diese prognostizierten ein Plus des realen BIP von 1,8 Prozent, wie die EZB mitteilte. Zudem erwarteten sie eine deutlich höhere Inflation im Euro-Raum. Durchschnittlich gingen sie von 2,5 Prozent aus.

ddp