Erwartungen für das Handwerk
Handwerk gerät in Abwärtssog
In den letzten Monaten des Jahres 2008 dürfte die bisher noch vergleichsweise robuste Handwerkskonjunktur zunehmend in den gesamtwirtschaftlichen Abwärtssog geraten. Die gewerblichen Kunden werden aufgrund der ungünstigen Absatzperspektiven und den negativen Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft ihre Bestelltätigkeit einschränken. Bei den privaten Haushalten könnten die steigenden Rezessionsängste die ohnehin gedämpfte Kaufbereitschaft zusätzlich belasten.
In der Bauwirtschaft wird sich der Produktionsanstieg weiter abflachen. Im gewerblichen Bau geht es nach wie vor aufwärts, in erster Linie wegen der immer noch recht hohen Auftragspolster. Auch der öffentliche Bau bleibt auf Wachstumskurs. Dagegen wird sich im Wohnungsbau die äußerst verhaltene Nachfrage fortsetzen. Die Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren für dieses Jahr eine Ausweitung der gesamten Bauinvestitionen um 2,9 Prozent.
Der Maschinenbau als konjunkturzyklische Branche bekommt die Abschwächung der Welt- und Binnenwirtschaft unmittelbar zu spüren. Der Ordereingang wird sich weiter verlangsamen. Zudem werden die Aufträge zu schlechteren Konditionen angenommen, um sie nicht an Mitbewerber zu verlieren. Die Automobilzulieferer gehen wegen der rasanten Talfahrt auf den Automärkten schwierigen Zeiten entgegen.
Das Kraftfahrzeuggewerbe ist für das Schlussquartal ziemlich pessimistisch gestimmt. Die zugespitzte Finanzkrise und die wachsenden Konjunktursorgen werden viele private Haushalte veranlassen, geplante Anschaffungen von Neu- und Gebrauchtwagen zunächst zurückzustellen. Von den zuletzt gefallenen Spritpreisen und den Rekordrabatten sind in dieser Situation kaum Impulse zu erwarten.
Im Lebensmittelhandwerk wird in den nächsten Monaten die stagnierende Grundtendenz von den positiven Effekten des Weihnachtsgeschäftes überlagert. Die Ertragslage bleibt angespannt, denn die mittlerweile gesunkenen Rohstoff- und Energiepreise werden erst mit einiger Zeitverzögerung für eine gewisse Kostenentlastung sorgen.