Maschinenbau-Boom am Ende

Branchenspiegel: Auftragseingang deutlich verlangsamt

Auch für das Handwerk hat sich das konjunkturelle Umfeld verschlechtert. Der Maschinenbau befand sich im letzten Quartal noch auf Wachstumskurs. Die Auftragseingänge gehen jetzt aber zurück.Foto: ddp

Maschinenbau-Boom am Ende

Baugewerbe: Im Sommerquartal ist die Bauproduktion moderat gestiegen. Dahinter standen aber weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bausparten: Der Wohnungsbau war nach wie vor der Schwachpunkt der Baukonjunktur. Besonders die rückläufige Wohnungsneubautätigkeit bei Ein- und Zweifamilienhäusern bleibt das Sorgenkind. Stützend wirkten in diesem Bereich die Baumaßnahmen am Bestand, wobei der energetischen Gebäudesanierung eine immer wichtigere Rolle zukommt. Im gewerblichen Bau hielt der positive Trend an, darauf weisen die immer noch gut gefüllten Auftragsbücher hin. Allerdings hat sich zuletzt die Nachfrageentwicklung nach Firmengebäuden und Büroflächen wegen der Konjunktureintrübung und der Finanzmarktkrise verlangsamt. Ferner haben die öffentlichen Bauinvestitionen weiter spürbar zugelegt, da sowohl die Kommunen als auch Bund und Länder aufgrund der gestiegenen Steuereinnahmen wieder mehr Geld in die Infrastruktur stecken.

Handwerk für gewerblichen Bedarf: Der Maschinen- und Werkzeugbau blieb auch zu Beginn der zweiten Jahreshälfte auf Wachstumskurs. Allerdings zeichnet sich für die Branche nach dem Höhenflug der vergangenen Jahre eine markante Konjunkturabkühlung ab. Die Auftragseingänge gingen in den letzten Monaten zurück. Vor allem die Auslandsbestellungen sind gesunken. Auf dem Inlandsmarkt war wegen der schwächeren Investitionstätigkeit der Unternehmen ebenfalls eine Nachfrageberuhigung festzustellen. Trotz allem sind noch über 80 Prozent der handwerklichen Zulieferer mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Die Landmaschinenmechaniker müssen sich gleichfalls auf einen ruhigeren Geschäftsverlauf einstellen. Nach einer repräsentativen Umfrage wollen demnächst deutlich weniger Landwirte in Maschinen und Geräte investieren.

Kraftfahrzeuggewerbe: Der Neuwagenhandel verlief im Sommerquartal eher schleppend. Die Pkw-Neuzulassungen lagen um 3,3 Prozent niedriger als vor Jahresfrist. Der Vorsprung zum kumulierten Vorjahresergebnis schmolz damit auf 1,3 Prozent. Besonders gefragt waren kleine Autos. Stark rückläufig waren dagegen die Zulassungen in der oberen Mittelklasse und im Sportwagensegment. Angesichts der Kostenexplosion bei Benzin und Diesel, der verschobenen Kfz-Steuerreform sowie der eingetrübten Konjunkturaussichten haben viele Verbraucher ihre Kaufentscheidung für einen Neuwagen derzeit zurückgestellt. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist bisher keine Erholung eingetreten. Nach Abschluss des 3. Quartals lag die Zahl der Besitzumschreibungen um 2,2 Prozent niedriger als vor Jahresfrist. Die steigenden Bestände sorgen in Kombination mit den relativ hohen Finanzierungskosten für diese Fahrzeuge für Beunruhigung bei den Autohändlern. Im Servicebereich ist eine gedrückte Ausgabebereitschaft der Autohalter zu beobachten.

Lebensmittelhandwerke: Die Umsätze im Bäckerhandwerk wiesen vom 2. auf das 3. Quartal keine wesentliche Veränderung auf. Konjunkturelle Impulse waren wegen der gedämpften Konsumentenstimmung nicht zu verzeichnen. Die Bäcker mussten infolge der drastischen Verteuerungen bei Rohstoffen und Energie die Preise für Backwaren in diesem Jahr um bis zu zehn Prozent anheben, was die Verkaufstätigkeit der Branche zusätzlich belastet hat. Im Vergleich zum Vorjahr verbuchten die Bäcker zwar ein klares Umsatzplus, preisbereinigt rutschte die Veränderungsrate jedoch ins Minus. Die Metzger registrierten vor dem Hintergrund der schwachen Verbrauchskonjunktur eine verhaltene Absatzentwicklung. Die realen Verkaufserlöse und die Beschäftigung fielen etwas niedriger aus als im Jahr zuvor. Die Branche befürchtet wegen der deutlichen Kostensteigerungen einen Rückgang des Betriebsergebnisses.

Gewerbe für privaten Bedarf: Nachdem das Gesundheitshandwerk die Halbjahresbilanz 2008 mit einer moderaten Umsatzausweitung abgeschlossen hat, dürften sich die Besserungstendenzen seitdem etwas abgeschwächt haben. Aufgrund der Kaufkrafteinschränkungen und der unsicheren Konjunkturaussichten scheinen viele Patienten notwendige Anschaffungen bei Sehhilfen und beim Zahnersatz zeitlich zu verschieben oder nur eine „Minimallösung“ zu wählen. In der Friseurbranche sind seit Jahresbeginn vorsichtige Stabilisierungstendenzen festzustellen. Ob sich dieser Trend trotz der jüngsten Stimmungseintrübung bei den Konsumenten festigen wird, bleibt jedoch abzuwarten.