Mut zum Risiko

Zeit für Unternehmertum

Mut zum Risiko

Wer Jahrzehnte in einer Stadt wie Karlsruhe lebte, weiß, was ein intakter Mittelstand bedeutet. Karlsruhe ist so wenig Beamtenstadt, wie es Arbeiterstadt ist.

Der Erfolg der so genannten Technologie Region Karlsruhe basiert auf zigtausend mittelständischen Unternehmen, von denen viele einen handwerklichen Ursprung haben. Es ist nach meiner Auffassung kein Zufall, dass Karlsruhe eine technische Uni hat und viele Start-ups von Ingenieuren gegründet werden. Das ist in vielen Fällen Handwerk mit akademischer Zusatzqualifikation. Wohl deshalb gibt es ein Institut für Entrepreneurship, eingedeutscht für Unternehmertum, an dieser technischen Universität, weil Unternehmensgründungen auf einer ingenieurwissenschaftlichen Basis naheliegender, häufiger und nicht zuletzt auch erfolgreicher sind.

Handwerk hat heute längst den Charme schwerer körperlicher Arbeit verloren. Handwerk ist heute IT-gestützte Analyse, bedeutet Auftragsbewältigung und Durchdringung von hoher Komplexität und die genaue hochprofessionelle Gestaltung von Prozessen und Etablierung wohl durchdachter Strukturen.

„Unternimm dich selbst, unternimm für andere, unternimm die Zukunft“, habe ich bei meiner Antrittsvorlesung als Professor für Entrepreneurship an meine Studierenden appelliert. Nirgendwo wird der dritte Appell deutlicher als bei Händlern und Handwerkern, der für einen unternehmerischen Erfolg so entscheidend ist in einer arbeitsteiligen Gesellschaft.

„Unternimm für andere“ wird bei den handwerklichen Leistungen für die Kunden ebenso erlebbar wie für den Handwerker. Diese Unmittelbarkeit erzeugt Zufriedenheit, die Kreativität fördert und die Ansporn ist zu selbstbestimmtem unternehmerischem Engagement.