Schwache Auftriebskräfte

Erwartungen für das Handwerk

Schwache Auftriebskräfte

Das Handwerk blickt einigermaßen zuversichtlich auf die kommende Entwicklung: Rund 78 Prozent der befragten Betriebe gehen für das 2. Quartal 2008 von einem guten oder befriedigenden Geschäftsverlauf aus. Erstens erwartet man im Zuge der üblichen Frühjahrsbelebung ein generell steigendes Kundeninteresse. Darüber hinaus können einige Branchen auch an gesamtwirtschaftlichen Aufwärtstendenzen partizipieren. Andererseits bremsen der rückläufige Wohnungsneubau und die eher schwache Konsumnachfrage die Handwerkskonjunktur.

Die Baukonjunktur wird weiterhin von den steigenden Wirtschafts- und öffentlichen Bauinvestitionen getragen. Davon profitieren Bauhandwerker, die hier ihren Umsatzschwerpunkt haben. Dagegen bleibt die Lage für vorwiegend im Wohnungsbau tätige Betriebe schwierig. Das Ausbaugewerbe setzt auf zunehmende Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen, zumal diese teilweise staatlich gefördert werden.

Der Maschinenbau rechnet – trotz verschlechterter Rahmenbedingungen – mit einer Fortsetzung der Aufwärtsentwicklung, allerdings wird das Tempo niedriger sein als zuletzt. Der Fachverband (VDMA) erwartet für dieses Jahr immerhin noch einen Produktionszuwachs von fünf Prozent. Sorgen bereiten der Branche vor allem die stark steigenden Rohstoff- und Energiekosten.

Im Kraftfahrzeuggewerbe sollte sich der vorsichtig in Gang gekommene Erholungsprozess stabilisieren. Beim Neuwagengeschäft gibt es angesichts der hartnäckigen Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte nur für einen gebremsten Optimismus Anlass. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt wird es gleichfalls aufwärtsgehen, wobei verstärkt verbrauchsarme Autos gefragt sind. Auch das Servicegeschäft dürfte leicht expandieren.

In der Lebensmittelbranche zeichnet sich in den nächsten Monaten die übliche Saisonbelebung ab. Konjunkturelle Anregungen dürften dagegen kaum eine Rolle spielen. Denn die anhaltend hohen Inflationsraten bei Energie und verschiedenen Nahrungsmitteln wirken weiterhin dämpfend auf die Kaufbereitschaft der Verbraucher.