Bedeutung der Stiftungen

Bedeutung der Stiftungen

Mit den Stiftern verhält es sich wie mit den Handwerkern: Ihr Werk hat goldenen Boden. Während das Handwerk mit der ersten zivilisatorischen Errungenschaft, dem Faustkeil, geboren ward, reicht die Traditionslinie des Stiftens immerhin bis ins erste Jahrtausend zurück. Frömmigkeit und Nächstenliebe waren damals Motive religiöser Mäzene, über ihr Ableben hinaus Bedürftigen zu helfen und ihr eigenes Seelenheil zu sichern. Die Gründe der heutigen Philanthropen, auf welche ein Großteil der 15.449 rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts in Deutschland zurückgehen, reichen vom Wunsch, etwas zu bewegen, bis zum Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mitmenschen und gehen oft auf persönliches Erleben zurück. Unter den Stiftungen, die der Bundesverband Deutscher Stiftungen in seiner Datenbank aufführt, befinden sich auch über 160, die „Handwerk“ in ihren Zwecken verewigt haben: Die 1964 vom Architekten Georg Eydel gegründete gleichnamige Stiftung zur Ausbildung von handwerklich begabten Jugendlichen gehört ebenso dazu wie die Stiftung Lübecker Handwerk von 1957, welche bedürftigen Handwerkern Wohnraum gewährt. Neben diesen Unterstützungsleistungen im Bereich Soziales und Bildung, aber auch Kunst und Kultur, Umwelt sowie Wissenschaft und Forschung sind Stiftungen Impulsgeber für bürgerschaftliches Engagement und Gradmesser für den Wert einer Gemeinschaft. Vermögen, das dauerhaft einem bestimmten gemeinnützigen Zweck gewidmet ist, ist über seinen monetären Wert hinaus das Signal an seine Mitmenschen: Ihr seid mir nicht egal. Ich bin froh, dass diese Geisteshaltung um sich greift: Im Jahr 2007 ist mit 1.134 neuen Stiftungen erstmals die 1.000er-Marke bei der Zahl der Neugründungen durchbrochen worden.

www.stiftungen.org