DHZ-Interview IHM mit unterschiedlichen Laufzeiten

Die Internationale Handwerksmesse wird heute auf dem Münchner Messegelände eröffnet. Im DHZ-Interview erzählt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Gesellschaft für Handwerksmessen, Franz Reisbeck, über Ziele und Programm der 60. IHM.

IHM mit unterschiedlichen Laufzeiten

DHZ: Die Internationale Handwerksmesse erlebt schon seit zwei Jahren einen Umstrukturierungsprozess. Wie haben Sie die IHM weiterentwickelt?

Reisbeck: Die IHM wurde zunächst in die beiden Besucherzielgruppen IHM PROFI und IHM PRIVAT zerlegt. Das ist 2006 geschehen. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter – die Verkürzung der Laufzeit im IHM-PROFI-Bereich von sieben auf fünf Tage. Die beiden Bauteile der Messe beginnen gleichzeitig am Donnerstag, am 28. Februar. Die IHM PROFI endet am 3. März, die IHM PRIVAT und die Garten München, die parallel zu diesem Ausstellungsbereich läuft, am 5. März. Das ist ein wesentlicher Schritt, die Profisektoren der Handwerksmesse in Fachmessestrukturen zu bringen. Das ist heute eine Notwendigkeit.

DHZ: Was bringt das Splitting von IHM PROFI und IHM PRIVAT für den Besucher?

Reisbeck: Der Besucher kann sich zielstrebig auf dem Messegelände orientieren. Der Aussteller kann sich an seinem Stand den Besucherwünschen qualifiziert widmen. Die Ansprache eines Profibesuchers ist eine andere und setzt eine andere Beratungskompetenz voraus als die, die den Endverbraucher umwirbt.

DHZ: Wo liegen denn die Stärken der 60. IHM-Auflage?

Reisbeck: Wir haben im Profibereich erhebliche Ausstellerzahlen zurück- oder neu gewinnen können. Das ist mit Sicherheit auf die neue, um zwei Tage kürzere Laufzeit zurückzuführen. Im Bereich der IHM PRIVAT ist vor allem hervorzuheben, dass die Halle A1 in diesem Jahr einen neuen Fokus auf Handwerk und Design legt.

DHZ: Was werden die Highlights sein?

Reisbeck: Bei der IHM PROFI wird ein Schwerpunkt auf "Auto“ liegen. In der Halle B0 finden die "Münchner Auto Tage" statt. Dort werden 15 Topmarken rund 60 neue Modelle vorstellen. Ferner konnten wir die Bereiche "Nutzfahrzeuge", "Elektrowerkzeuge" und „Werkstattausrüstung“ verstärken. Im Sektor IHM PRIVAT gelang es uns, in den Münchner Designparcours aufgenommen zu werden. Bei der Exempla haben wir herausragende Beiträge, die eine große internationale Ausstrahlung haben. Ich verweise nur auf den Schwerpunkt "Ornamente", der am Samstag mit einer eigenen "Nacht der Ornamente" gekrönt wird. Des Weiteren ist die Schmuckschau mit 250 Gold- und Silberschmiedearbeiten aus aller Welt zu nennen. Als Kurator zeichnet der renommierte Kunstkritiker Ralph Turner aus Großbritannien verantwortlich. Für uns ist sehr wichtig, dass wir in der Halle A1 gerade auch den talentierten Gestalternachwuchs ansprechen. Die Schau "Talente", aber auch die wichtigsten Ausbildungsstätten des Kunsthandwerks zeigen ihre Leistungsstärke im internationalen Kontext.

DHZ: Wie sehen Sie das konjunkturelle Umfeld, das für den Messeerfolg von großer Bedeutung ist?

Reisbeck: Das finde ich zurzeit durchwachsen. Wir haben darauf gesetzt, dass der Konsum anspringt. Was sich in der Finanzwelt tut, ist nicht gerade förderlich für das Handwerk. Auch im Kfz-Gewerbe haben wir noch einigen Nachholbedarf. Zu den Stärken der IHM zählt, dass sie viele technische Innovationen mit Marktpotenzial vorstellt, mit denen sich handwerkliche Spitzenkräfte von ihrer Konkurrenz abheben. Exemplarisch sind hier Energieeffizienz, energetische Gebäudesanierung, Renovierung und Modernisierung von Immobilien zu nennen. Da kann das Handwerk mit seinen Angeboten punkten. Die anhaltende Klimadebatte und die steigenden Energiepreise werden den Ausstellern zusätzliche Nachfrage bescheren.

Interview: Sepp Steinbrenner