Akkreditierung nach ISO 17020 "AÜK" soll Marke im Kfz-Gewerbe werden

Wer amtliche Untersuchungen wie die Gasanlagenprüfung oder Abgasuntersuchung in seiner Kfz-Werkstatt selbst durchführen möchte, braucht dazu eine Akkreditierung nach ISO 17020. Der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe möchte mit „AÜK“ eine bundesweite Marke etablieren – und ist dabei auf die Mithilfe der Betriebe angewiesen.

Die Abgasuntersuchung in der Werkstatt könnte bald als AÜK angeboten werden. - © pitb_1 - stock.adobe.com

Spätestens ab Juli 2021 sollten alle Betriebe dem zukünftigen Qualitätsmanagementsystem (QMS) des Bundesinnungsverbandes AÜK (Akkreditierte Überprüfung im Kraftfahrzeuggewerbe) angehören, rät der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK). Werkstätten und Betriebe, die amtliche Fahrzeuguntersuchungen und -prüfungen anbieten wollen, brauchen dann eine Akkreditierung nach ISO 17020. Ziel der EU-Vorgabe: die Qualität bei amtlichen Fahrzeuguntersuchungen und -prüfungen weiterhin hochhalten. In Deutschland betrifft das neben der Abgasuntersuchung (AU/AUK) auch die Sicherheits- (SP) und Gasanlagenprüfung (GAP).

Grundsätzlich können betroffene Kfz-Betriebe frei entscheiden, ob sie sich selbst nach ISO 17020 akkreditieren lassen oder sich dem System des ZDK anschließen. Für eine Werkstatt sei der Aufbau eines solchen Systems jedoch viel zu aufwendig, so ZDK-Geschäftsführer Werner Steber. Bei der Entwicklung des QMS habe man deshalb darauf geachtet, den zeitlichen und finanziellen Aufwand der Kfz-Werkstätten so gering wie möglich zu halten.

"Wie ‘Tempo‘ für Taschentücher steht, könnte AÜK für amtliche Untersuchungen und Prüfungen in Kfz-Werkstätten stehen."

Die Werkstatt müsse zunächst nur ihre vertragliche Einbindung in das QMS bestätigen. Im Anschluss verpflichten sich die verantwortlichen Personen bzw. Inspektoren, bei der Durchführung der amtlichen Werkstattuntersuchung bzw. -prüfung neutral zu sein und die Vorgaben des QMS zu befolgen.

"Mit der Marke AÜK geben wir den Betrieben ein klares Zeichen an die Hand, mit dem sie die Qualität ihrer Leistungen signalisieren", betont ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk. "Wie ‘Tempo‘ für Taschentücher steht, könnte AÜK dann für amtliche Untersuchungen und Prüfungen in Kfz-Werkstätten stehen." Damit das gelingt, müssen sich jedoch möglichst viele Betriebe beteiligen.

Zurzeit laufe noch die Akkreditierung des QMS durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS). "Sobald die Ampel auf Grün steht, geht es los", sagt Hülsdonk. Anerkannte Kfz-Werkstätten könnten sich dem System jedoch schon jetzt anschließen. fre

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