Das Deutsche Baugewerbe sieht sich generell für den Bau von mehr Wohnungen gewappnet, fordert aber eine Verstetigung der Investitionen.

Vor dem Wohnungsgipfel im Kanzleramt dringt die Bauwirtschaft auf Planungssicherheit. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) wies darauf hin, dass das Baugewerbe in den vergangenen zehn Jahren seine Kapazitäten deutlich aufgestockt habe. "Wir haben mehr als 120.000 neue sozialversicherungspflichtige Vollarbeitsplätze geschaffen", sagte ZDB-Präsident Hans-Hartwig Loewenstein. Man könne weitere Kapazitäten aufbauen, habe aber Sorge vor Überkapazitäten. Deshalb forderte er eine Verstetigung der öffentlichen Investitionen.
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) unterstützt den Ansatz der Bundesregierung, dem Wohnungsbau Priorität einzuräumen. "Für das Handwerk ist es eminent wichtig, die Wohnungsbauzahlen zu steigern", betonte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Das gelte zum einen aus wirtschaftlichen Gründen für die Bau- und Ausbaugewerke. Zum anderen sei es gesellschaftspolitisch notwendig, dass die Beschäftigten, Auszubildenden und nicht zuletzt die Betriebsinhaber mit ihren Familien auch in den Ballungsräumen bezahlbare Wohnungen fänden.
Handwerk plädiert für mehr gemischte Quartiere
Konkret forderte Schwannecke die Kommunen auf, vermehrt geeignetes Bauland bereitzustellen. "Beim wieder notwendigen Aufbau langfristig gesicherter Planungskapazitäten müssen Städte und Gemeinden durch Bund und Länder unterstützt werden. Statt reine Wohnsiedlungen zu bauen, brauche man mehr gemischte, vielfältige Quartiere, die auch Raum böten für kleine Unternehmen, die die Stadt bauten, die reparierten, dort Dienste leisteten, Arbeitsplätze schafften und nicht zuletzt Migranten integrierten.
Wie Loewenstein weiter sagte, litten die Baubetriebe darunter, dass gerade bei öffentlichen Investitionen die meisten Aufträge erst Mitte des Jahres vergeben würden.
Neben der Verstetigung der Investitionen forderte Loewenstein weitere Planungssicherheit. Es müsse bei der "VOB als rechtliche Grundlage für die Vergabe, die Vertragsgestaltung und die technischen Normen bleiben", betonte er. Man brauche keine Diskussion über bewährte rechtliche Grundlagen zur Unzeit.
Schwannecke sprach sich dafür aus, die von der Baukostensenkungskommission vorgeschlagenen Maßnahmen zur Entbürokratisierung konsequent umzusetzen. "Weitere Verschärfungen von Regelungen, die das Bauen von Mietwohnungen verteuern und gerade für kleinere Bauherren unattraktiv machen, müssen vermieden werden", sagte er. bir