Light + Building: Komfort und Sicherheit im Trend Elektrohandwerk: Die Märkte werden dynamischer

Die Elektrobranche traf sich Ende März zur Weltleitmesse "Light + Building" in Frankfurt. Bernd Dechert, Geschäftsführer Technik und Berufsbildung beim Zentralverband Deutsche Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), welche Anforderungen jetzt an die Betriebe herangetragen werden.

Frank Muck

Die Light + Building zeigte neueste Trends bei Licht- und Gebäudetechnik. - © Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Jens Liebchen

Die Elektrobranche traf sich Ende März zur Weltleitmesse "Light + Building" in Frankfurt. Die Messegesellschaft konnte sich über wachsende Besucher- und Ausstellerzahlen freuen, Handwerk und Industrie über gute Geschäfte. Im Vordergrund standen intelligente Anwendungen für die Haus- und Gebäudeautomation und als neue Sonderschau die "Secure". Motto der Messe war "Vernetzt. Sicher. Komfortabel"

Der ZVEH ist überzeugt, dass der Markt der Sicherheitstechnik, gepaart mit der Energiesteuerung und der Automation am Gebäude, weiter wächst. Die Elektrobetriebe würden davon in den kommenden Jahren profitieren.

Die eigentlichen Herausforderungen für den Erfolg der Branche bleiben die Kompetenz der Fachhandwerker und die Frage nach einem marktgerechten Angebot. "Da die Herausforderungen im Zuge der Digitalisierung stetig zunehmen, muss auch mehr denn je ein besonderes Augenmerk der Qualifizierung der Fachkräfte gelten", betonte ZVEH-Präsident Lothar Hellmann. Der Verband arbeitet derzeit an neuen Ausbildungsinhalten, die Systemintegration und gewerkeübergreifende Tätigkeiten einbeziehen.

Die DHZ hat Bernd Dechert, Geschäftsführer Technik und Berufsbildung beim ZVEH, gefragt, welche Entwicklungen die Messe bei Produkten und in betrieblicher Hinsicht aufgezeigt hat.

Bernd Dechert ist Geschäftsführer Technik und Berufsbildung beim ZVEH. - © ZVEH

DHZ: Herr Dechert, was können die Betriebe von der Light + Building mitnehmen?

Dechert: In den Fokus rücken derzeit vor allem smarte, sichere und vollumfänglich vernetzte Anwendungen für Wohnungen und Gebäude. Der Trumpf der E-Handwerksbetriebe ist, dass sie dank ihrer Nähe zu den Kunden individuell maßgeschneiderte Lösungen anbieten können. Diese Karte sollte im Kundenkontakt offensiv gespielt werden, denn die perfekte Dienstleistung ist das "Produkt" der Zukunft.

DHZ: Ein zentraler Aspekt unter anderem bei der Eröffnung war die digitale Transformation – Stichwort Gebäudeautomation. Wie entwickelt sich das auf Produkt- und Dienstleistungsseite?

Dechert: Die Produkte im Bereich Gebäudeautomation werden immer moderner und leistungsfähiger – nicht zuletzt weil die Nachfrage im Smart-Living-Markt sukzessive zunimmt. Ein ganz entscheidender Aspekt ist allerdings, dass die Komponenten verschiedener Hersteller miteinander vernetzbar sein müssen. Der Systemintegration kommt somit entscheidende Bedeutung zu. In diesem Segment müssen die Betriebe der E-Handwerke die entsprechende Kompetenz vorweisen, um bei der Haus- und Gebäudeautomation erster Ansprechpartner zu sein.

DHZ: Wo sehen Sie noch Defizite in der Anpassung auf betrieblicher Ebene?

Dechert: Die Betriebe müssen eine noch größere Offenheit und Flexibilität zeigen, da die Märkte immer dynamischer werden und sich im Zuge der Digitalisierung schnell verändern. Ganz entscheidend ist, dass sie jetzt in den konjunkturell guten Zeiten die Weichen für die Zukunft richtig stellen. Das bedeutet insbesondere, ein spezielles Augenmerk auf die Weiterqualifizierung der Fachkräfte zu legen. Nur dann können sie langfristig im Markt erfolgreich bleiben. Der ZVEH, Landesinnungsverbände und Innungen bieten in Zusammenarbeit mit den verbandsnahen Bildungseinrichtungen, wie zum Beispiel ELKOnet, sowie über die E-Akademie ein breites Schulungs- und Qualifizierungsprogramm an.