Es ist Frühling und damit die Zeit des Zwiebellooks, der auch bei frischen Temperaturen am Morgen und anstrengender Arbeit warm und trocken hält. Ein System von drei aufeinander aufbauenden Kleidungsschichten beschert die Witterungsunabhängigkeit. Es setzt sich aus Funktionswäsche, Berufskleidung und einer isolierenden Außenschicht zusammen.
Sabine Anton-Katzenbach

Der Funktionswäsche kommt in einem solchen Kleidungskonzept eine tragende Rolle zu, denn sie muss zahlreiche Aufgaben erfüllen. Zuallererst muss sie wärmen, also die Hautoberflächen gegen die Kälte isolieren. Luft ist hierfür bestens geeignet, wie etwa eine Daunenjacke beweist. Da sich Federfüllungen aber nicht für Unterwäsche eignen, greifen die Hersteller auf Maschenwaren zurück. In deren unzähligen Schlaufen sind große Mengen Luft eingeschlossen, die sich beim Tragen der Kleidung erwärmen. Je nach Hersteller wird die angebotene Funktionswäsche nach Außentemperatur und körperlicher Aktivität gestaffelt. So gibt es die Shirts und Unterhosen für kühle, kalte und extrem kalte Tage.
Balance-Akt für Trageklima
Die zweite Eigenschaft, die Funktionswäsche haben muss, ist ein gutes Feuchtigkeitsmanagement. So muss der bei anstrengenden Arbeiten entstehende Schweiß von der Hautoberfläche abtransportiert (absorbiert) und an die Außenseite geleitet werden, wo er möglichst schnell trocknen soll. Dadurch wird einerseits das Kleben der Kleidung auf schweißnasser Haut, andererseits das Auskühlen der Haut durch ein nasskaltes "Leibchen" verhindert. Eine Funktionswäsche darf aber keineswegs wie ein Löschpapier wirken, denn der Körper braucht den Schweiß als Überhitzungsschutz.
Tipps zum Waschen von Funktionswäsche
Funktionswäsche sollte vor dem Waschen zum Trocknen aufgehängt werden, wenn man geschwitzt hat. In der feuchten Wäsche könnten sich sonst Bakterien leicht vermehren oder sogar Schimmel bilden. Die getragene Kleidung sollte nicht lange feucht liegen. Beim Kauf von neuer Funktionswäsche sollte diese vor dem Tragen einmal gewaschen werden am besten im Schonwaschgang oder im Handwäscheprogramm. Getrocknet wird Funktionswäsche am besten an der frischen Luft, aber nicht in direkter Sonneneinstrahlung.
Wenn Sie den Trockner benutzen, wählen Sie eine geringe Temperatur. Funktionswäsche sollte immer getrennt von anderen üblichen Textilien gewaschen werden. Denn andere Fasern könnten sich in der Waschmaschine ablösen und in den feinen Zwischenräumen der Funktionswäsche festsetzen. Funktionswäsche am besten auf links waschen – wie andere Kleidung auch. Starke Reibung bei der Handwäsche oder eine volle Waschtrommel sollte vermieden und kein Weichspüler oder Fleckenentferner verwendet werden. Empfohlen wird spezielles Waschmittel. Quelle: Würth Modyf
Fehlt dieser, wird die Haut nicht mehr heruntergekühlt. Eine Folge ist Hitzestress, der vor allem im Sommer, aber auch an hitzeexponierten Arbeitsplätzen auftreten kann. Auch wenn es widersinnig klingt: Beim Flexen, Schweißen, Löten und Co. ist eine flammhemmende Unterwäsche sinnvoll. Sie schützt nicht nur vor Verbrennungen durch Kontakthitze, sondern wirkt wie ein Netz mit doppeltem Boden, falls doch einmal ein Metallspritzer oder Funken durch Hose und Jacke gehen sollte.
Und auch im Sommer macht die funktionelle Wäsche Sinn: Während schweißgetränkte Baumwollshirts kalt am Körper kleben, sind die Funktionsshirts quasi im Nu trocken und verhindern dadurch Verkühlungen. Den unterschiedlichen Umgebungseinflüssen, in denen Funktionswäsche zum Einsatz kommt, tragen die Hersteller mit unterschiedlichsten Materialkonzepten Rechnung.
Die Fasern machen’s
Üblich sind synthetische Fasern, die in Reinform oder Mischungen zu funktioneller, hoch elastischer Strickware verarbeitet werden. Ist Flammschutz gefordert oder soll eine hohe Wärmung erzielt werden, ist Merinowolle nahezu unverzichtbar. Ein unbedingtes Muss bei Funktionswäsche sind die Weichheit der Ware und der Nähte sowie die gute Passform. Da die Unterziehshirts und -hosen dicht am Körper getragen werden, darf nichts scheuern, kratzen, einengen oder drücken. Schon beim geringsten Anzeichen von Unwohlsein hat die Funktionswäsche ihre Daseinsberechtigung verloren und bleibt besser gleich im Schrank.
Materialien und Eigenschaften von ausgewählter Funktionswäsche
| Hersteller | Materialzusammensetzung | Ausführung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Engelbert Strauss – basis light | 100 % Polyester ca. 130 g/m² | elastischer Bund | Wärmestufe > 0 °C |
| Engelbert Strauss – seamless warm | 88 % Polyamid/12 % Polyester ca. 220 g/m² | nahtlose Verarbeitung, Ventilationszonen | Wärmestufe warm |
| Engelbert Strauss – basis warm | 80 % Polyester/15 % Viskose/ 5 % Elasthan ca. 235 g/m² | Shirts mit verlängertem Rückenteil | Wärmestufe warm |
| Engelbert Strauss – Thermo Stretch X-warm | 96 % Polyester/4 % Elasthan ca. 270 g/m² | Innenseite mit weichem Fleece gefüttert, verlängertes Rückerteil | Wärmestufe X-warm für tiefsten Winter |
| Haix-Active | 63 % Polyamid, 35 % Polypropylen, 2 % Elasthan | flache Nähte, Ventilationszonen | dauerhaft geruchshemmend |
| Haix Active light | 55 % Polyamid, 45 % Polyester | flache Nähte, Ventilationszonen | dauerhaft geruchshemmend |
| Helly Hansen – Lifa Merino | 57 % Merinowolle/43 % Polypropylen 220 g/m² | zweilagiges Material, extraflache Nähte; Damen- und Herrenmodelle | besonders wärmend |
| Kansas – Mikro-Fleece | 56 % Polyester, 34% Polyamid, 10% Elasthan Gewicht: 163 g/m² | elastisches Mikro-Fleece | Komfortzone: 5 °C bis –30 °C |
| Kansas – 1-Funktion | 60 % Polyamid, 35% Polyester, 5 % Elasthan Gewicht: 145 g/m² | ohne Nähte | Komfortzone: 10 °C bis –15 °C |
| Kansas – Merinowolle | 65 % Wolle, 35 % Polyester Gewicht: 170 g/m² | Komfortzone: 5 °C bis –25 °C | |
| Kansas – Flamestat | 58 % Modacryl, 37 % Baumwolle, 3 % Elasthan, 2 % Karbon Gewicht: 240 g/m² | Damen- und Herrenmodelle | flammhemmend (EN 11612), antistatisch (EN 1149) |
| Kansas – 3-Funktionen | 58 % Polyester, 42 % Baum wolle Gewicht: 210 g/m² | dreilagiges Material | Komfortzone: 5 °C bis –25 °C |
| Tess Classic | 100 % Polyester | flache Nähte | angeraute Innenseite |
| Tess Premium | 42 % Polypropylen/29 % Polyester/29 % Polyamid | nahtloser 3D-Strick, Damen- und Herrenmodelle | integriertes Lüftungssystem mit abgestimmten Netzstrukturen |
| Tess Fireshelter | 71 % Lenzing FR/6 % Modacryl/ 19 % Meta-Aramid/ 2 % No-Shock, 2 % Elastan 180 g/m² | flache, weiche Nähte | schwerentflammbar |
| Würth Modyf – Thermounterwäsche Active | 78 % Polyamid, 22 % Polyester Gewicht: 160 g/m² | flache, weiche Nähte | geruchshemmende Ausrüstung |
| Würth Modyf – Thermounterwäsche Thermal | 88 % Polyamid, 12 % Polyester Gewicht: 210 g/m² | flache, weiche Nähte | geruchshemmende Ausrüstung, winddicht |
| Würth Modyf – Funktionsshirts | 90 % Polyester, 10 % Elasthan ca. 150 g/m² | flache, weiche Nähte | UV-Schutzfaktor 30, dauerhaft geruchshemmend |