Viele Eigenheimbesitzer stecken derzeit Geld in ihre Bäder. Davon profitiert das SHK-Handwerk und erzielt 2016 einen Rekordumsatz. Bei den alten Heizkesseln sind die Deutschen jedoch zurückhaltender – die Sanierungsrate stagniert. Sind die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung in Gefahr?
Die Sanierungsrate bei Heizkesseln liegt seit Jahren bei drei Prozent und trotz des starken Umsatzwachstums hat sich auch im vergangenen Jahr dabei nicht viel getan – Förderungen und finanzielle Zuschüsse hin oder her. Deshalb mahnt Friedrich Budde, der Präsident des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), dass sich die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung nicht erreichen lassen, wenn es hierbei weiterhin keinen Fortschritt gibt.
Statt in ihre Heizungsanlagen investieren die Deutschen derzeit lieber in ihre Bäder. Das sorgt dafür, dass das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk im Jahr 2016 einen starken Umsatzzuwachs erlebt hat. Haben die Betriebe vor zehn Jahren noch einen Umsatz von jährlich 30,6 Milliarden Euro erwirtschaftet, so waren es im vergangenen Jahr insgesamt 41,7 Milliarden Euro. Der ZVSHK spricht von einem "Rekordumsatz", der vor allem auf Modernisierungen zurückgeht.
Beschäftigtenzahl kann mit Auftragslage nicht mithalten
Die Aufträge SHK-Handwerker kommen dabei vor allem von privaten Eigenheimbesitzern. Sie haben einen Anteil von 61,4 Prozent – gefolgt von gewerblichen Kunden mit 16,5 Prozent, Wohnungsbaugesellschaften mit 13,1 Prozent und der öffentlichen Hand mit neun Prozent. "Unsere Betriebe profitieren nach wie vor von der großen Investitionsbereitschaft der Eigenheimbesitzer", sagt Budde.
Doch mit diesem Rekord bei den Umsätzen, kann die Beschäftigtenzahl nicht mithalten. Derzeit haben die 51.000 Handwerksbetriebe der SHK-Branche noch über 365.000 Beschäftigte. Doch diese Zahl stieg im Jahr 2016 trotz der äußerst stabilen Auftragslage nur um ein Prozent. "Gut ausgebildete Fachkräfte gibt der Arbeitsmarkt nicht mehr her", klärt Budde über das Problem auf, dass die Branche am meisten herausfordert. "Wir sind stärker denn je darauf angewiesen, den dringend erforderlichen Nachwuchs selbst auszubilden und bei den Betrieben zu halten." Fast die Hälfte aller Betriebe im SHK-Handwerk sucht nach qualifizierten Mitarbeitern für die eigene Firma. dhz