Die Auftragslage ist gut und auch die Aussichten fürs laufende Jahr lassen keinen Einbruch erwarten. Ganz zufrieden ist das Metallhandwerk derzeit trotzdem nicht. Denn vielen Betrieben geht der Nachwuchs aus.
Frank Muck

Fast 89 Prozent der Unternehmen aus dem Metallhandwerk beschreiben ihre geschäftliche Situation derzeit als mindestens befriedigend. 67 Prozent vergeben sogar die Noten gut und sehr gut. Vor allem die gute Baukonjunktur sowie die wachsende Konsum- und Investitionsneigung der privaten Haushalte mache sich im Metallbau bemerkbar. Aber auch die Betriebe der Feinwerkmechanik sind sehr guter Dinge. "Selten war die Lage besser", verkündete der Bundesverband Metall (BVM) zur Pressekonferenz auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München.
Fehlende Fachkräfte machen am meisten Sorgen
Ganz sorglos sind die Betriebe dennoch nicht. Das, was die Unternehmer bei weitem am meisten umtreibt, sind die fehlenden Fachkräfte. Bei 61,1 Prozent der Befragten steht der Fachkräftemangel ganz oben auf der Liste der Probleme. Nach der Preisentwicklung auf den Absatzmärkten ( 47,7 Prozent) folgt mit 34 Prozent auf Platz drei die Sorge um die Gewinnung von Auszubildenden.
Verbandspräsident Erwin Kostyra befürchtet, die gute Konjunktur könne irgendwann zum Bumerang werden, weil die Aufträge mangels Mitarbeitern nicht abgearbeitet werden könnten. Das Nachwuchs- und Fachkräfteproblem ist jedoch nicht neu. Der Verband hat deshalb seit einigen Jahren zahlreiche Aktionen initiiert, um den Beruf gerade bei Schulabgängern attraktiver zu machen. Dazu gehört die verstärkte Zusammenarbeit mit Schulen, die Internetplattform "metallausbildung.info" und die BOBs (Berufsorientierungsbeauftragten).
Abwärtstrend bei der Ausbildung gestoppt
Unklar ist weiterhin, wie die Wirkung dieser Maßnahmen ist. Immerhin sei der Abwärtstrend in der Berufsausbildung "annähernd gestoppt" worden. Eine Trendwende wäre wünschenswert, so Diehter Hils, beim BVM zuständig für Berufsbildung.
Die Flüchtlinge sieht der Verband zumindest als Chance, Nachwuchsprobleme abzumildern. Das Metallhandwerk bereite sich auf eine wachsende Zahl an Ausbzubildenden aus Syrien und anderen Krisenländern vor. Als Vorteil erweise sich jetzt, dass der BVM das Thema interkulturelle Kompetenzen in seine Fortbildungen mit aufgenommen habe.
| Aktuelle wirtschafltiche Lage im Metallhandwerk (Stand Januar 2016, in Prozent) | sehr gut | gut | befriedigend |
|---|---|---|---|
| Metallbau | 13 | 58,1 | 20,3 |
| Feinwerkmechanik | 13 | 42 | 23,2 |
| Gesamt | 13,2 | 54 | 20,6 |
| Auftragsbestand im Metallhandwerk (Stand 2016, in Prozent | ein Monat | zwei Monate | drei Monate | vier Monate |
|---|---|---|---|---|
| Metallbau | 19,9 | 38,4 | 27,6 | 8,8 |
| Feinwerkmechanik | 23,9 | 38,4 | 22,5 | 8,7 |
| Gesamt | 20,6 | 38,1 | 26,4 | 8,6 |
| Zentrale Herausforderungen 2016 (in Prozent) | Fachkräftemangel | Kreditvergabe | Auftragsmangel | Preisentwicklung Vorprodukte | Preisenwicklung Absatzmärkte | Azubis gewinnen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Metallbau | 64,9 | 7,5 | 10,6 | 19,9 | 47,7 | 3 8,6 |
| Feinwerkmechanik | 50 | 8 | 21,7 | 31,9 | 50 | 20,3 |
| Gesamt | 61,1 | 7,4 | 13,2 | 22,8 | 47,7 | 34 |