Konjunktur Bauwirtschaft erwartet 2016 Umsatzplus von 2,5 Prozent

Die deutsche Bauwirtschaft rechnet nicht zuletzt wegen der hohen Nachfrage nach Wohnraum im kommenden Jahr mit weiterem Wachstum.

Die Bauwirtschaft will auch 2016 weiter wachsen. - © Foto: Kzenon/Fotolia.com

Die deutsche Bauwirtschaft blickt mit Zuversicht ins kommende Jahr. "Wir erwarten ein Umsatzplus von 2,5 Prozent auf dann 235 Milliarden Euro", sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider.

Den stärksten Wachstumsimpuls erwartet die Branche dabei vom Bauhauptgewerbe mit einem Wachstum von drei Prozent auf 89 Milliarden Euro, wie der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes Hans-Hartwig Loewenstein sagte. Aber auch im Ausbaugewerbe und in der Gebäudetechnik will die Branche zulegen. Hier wird jeweils mit einem Wachstum von 1,7 Prozent auf 84 Milliarden Euro und 2,1 Prozent auf 62,5 Milliarden Euro gerechnet.

Noch deutlich zu wenige Wohnungen

Dass die für dieses Jahr prognostizierte Umsatzsteigerung von 2 Prozent auf 230 Milliarden Euro gehalten werde, sei besonders der Entwicklung im Wohnungsbau zuzuschreiben, sagte Loewenstein. Insgesamt würden dieses Jahr rund 265.000 neue Wohnungen entstehen, nach 245.325 im Vorjahr.

Dies sei aber immer noch viel zu wenig. Denn durch die Abwanderung in die Städte und die steigende Zahl von Flüchtlingen werde der Druck auf die Wohnungsmärkte noch stärker. Selbst die Zahl der vorliegenden Baugenehmigungen reiche mit rund 300.000 noch nicht aus. Eigentlich würden rund 400.000 Wohnungen im Jahr benötigt.

Standardisierte Typenhäuser für Flüchtlinge gefordert

Damit mehr Wohnungen gebaut werden, fordern die Verbände verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten deutlich kürzere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Bund und Länder sollten so genannte Typenhäuser definieren. Dies seien standardisierte Häuser, die nicht mehr im Einzelfall genehmigt und geprüft werden müssten. Sie könnten innerhalb eines halben Jahres bezugsfertig sein und seien mit einem Quadratmeterpreis von 1500 Euro pro Quadratmeter statt rund 3000 Euro pro Quadratmeter für einen Container auch deutlich günstiger und langlebiger.

Kommunen sollten jetzt entsprechende Grundstücke zur Verfügung stellen. Die Bauwirtschaft werde  ihren Part dann leisten und schnell viele Wohneinheiten bauen. "Das können und wollen wir leisten", sagte Schneider. Allerdings dürfe ein das neue Bauvertragsrecht dem nicht im Wege stehen.

Massive Kritik an Plänen zum Bauvertragsrecht

Die bisherigen Pläne des neuen Bauvertragsrechts, wie sie Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vorgelegt hat, würden nach Ansicht der Verbände die Situation der Bauunternehmer in Deutschland massiv verschlechtern und müssten deshalb grundsätzlich überarbeitet werden. In der Kritik steht dabei vor allem das Anordnungsrecht, das privaten und gewerblichen Bauherrn nach Beginn der Baumaßnahme weitreichende Änderungsmöglichkeiten bei den Ausführungen und im Zeitablauf einräumt, die Zwänge der Bauunternehmer aber nicht entsprechend berücksichtigt.

Starken Nachbesserungsbedarf sehen die Verbände auch bei den neuen Regelungen zu Abschlagszahlungen. Sie sollen künftig nur dann erfolgen, wenn die verabredete Leistung zu hundert Prozent erbracht wurde. Auch dies gehe an der Realität vorbei. bir