Intelligente Uhren: Auf der Uhrenmesse Baselworld mischen die Smartwatch-Anbieter rund um Apple die Branche auf. Doch einige der Traditionshersteller ziehen bereits nach.

Die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld steht in diesem Jahr mehr denn je im Schatten des Konkurrenzkampfs bei den Smartwatches. Das Spitzentreffen der Branche wurde nun - gut vier Wochen vor dem geplanten Verkaufsstart der Computeruhr fürs Handgelenk von Apple - in Basel eröffnet. Überschattet wird die Messe auch von Sorgen wegen der anhaltenden Stärke des Schweizer Franken gegenüber so gut wie allen anderen Währungen der Welt.
Die Lancierung der Apple-Watch mischt die Uhrenbranche auf und trifft insbesondere Traditionsbetriebe. Doch die Edelhersteller rüsten nach: TAG Heuer will in einer Allianz mit Intel und Google seine erste Computeruhr herausbringen. Der Hersteller gab die Allianz auf der Branchenmesse Baselwatch gut einen Monat vor dem Start der Apple Watch bekannt.
Apple Watch ab Ende April 2015
TAG Heuer wird die Uhr entwerfen und herstellen, Google stellt eine Version seines Betriebssystems Android Wear. Von Intel kommen die Chips, die die Uhr "smart" machen sollen. TAG-Heuer-Chef Jean-Claude Biver sprach von seiner wichtigsten Ankündigung in 40 Jahren im Geschäft.
Apple bringt seine Computeruhr in Deutschland und acht weiteren Ländern am 24. April auf den Markt. Der iPhone-Konzern nimmt insbesondere mit Gold- und Edelstahl-Versionen der Apple Watch sowie einem Fokus auf Design und Mode ausdrücklich auch die klassische Uhren-Branchen ins Visier. Biver hatte nach ersten Ankündigungen von Apple im vergangenen Jahr noch gesagt, dass er nicht mit großen Auswirkungen des Apple-Einstiegs in das Geschäft rechne.
Swatch zieht nach
Google stellt mit Android Wear bereits die Software für Computeruhren diverser Elektronik-Anbieter wie Motorola, LG oder Huawei. Intel setzt mit einer neuen Sparte auf der sogenannte Internet der Dinge und hatte auch den Smartwatch-Entwickler Basis übernommen.
Bereits einige Tage vor Beginn der Baselworld hatte der weltgrößte Uhrenhersteller Swatch eine Antwort auf die Apple-Watch präsentiert. Mit der Swatch Touch Zero One kann man zwar nicht telefonieren, dafür kann sie aber auch beim Sport für digitale Messfunktionen eingesetzt werden und soll neben weiteren Funktionen das kontaktlose elektronische Bezahlen oder auch das Öffnen von elektrischen Türschlössern ermöglichen.
2014 wurden laut einer von der Baselworld veröffentlichten Studie rund 6,8 Millionen Smartwatches verkauft. Dominiert wird der Markt demnach bislang noch von Samsung mit einem Anteil von 23 Prozent. Motorola bringt es auf 10 Prozent, und die restlichen Anbieter wie Sony, Pebble, LG und Garmin haben nur Marktanteile im einstelligen Prozentbereich. Insgesamt könnte sich der weltweite Markt für "kluge Uhren" gemäß einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK 2015 mehr als versechsfachen .
Wie in den vergangenen Jahren werden zu der Messe, die bis zum 26. März läuft, rund 150.000 Besucher aus mehr als 40 Ländern erwartet. dpa/dhz