Finanzierungshilfen für den altersgerechten Umbau Geld ist da, man muss es nur finden

Bedarfsgerechter Umbau ist teuer. Unternehmer können den Kunden aber bei der Finanzierung helfen. Gute Finanzierungstipps leisten Überzeugungsarbeit.

Barbara Oberst

Der Titel "Fachbetrieb für senioren- und behindertengerechte Installation" ist Programm: Petra Kreyer berät ihre Kunden nicht nur handwerklich, sondern unterstützt sie auch in der finanziellen Umsetzung ihrer Sanierungsmaßnahmen. - © Foto: Maik Reuß

Petra Kreyer macht sich viel Arbeit mit ihren Angeboten. Zunächst fließt wie bei jedem Unternehmer die ganze Beratungs- und Fachkompetenz der Chefin von "Bad und Raum" in Frankfurt ein. Doch wenn Kunden sich einen "bedarfsorientierten" Umbau ihres Bades wünschen, bleibt es nicht beim Handwerk allein: "Haben meine Kunden eine Pflegestufe, so bereite ich das Angebot mit Foto und Skizzen auf und fülle gleich den Zuschussantrag für die Pflegekasse aus", erklärt die 54-Jährige.

Bei jeder Kasse ist dieser Vorgang ein wenig anders. "Aber bislang hat sich der Aufwand immer ausgezahlt, weil ich die Aufträge dann auch bekomme", begründet Kreyer ihren Einsatz. Nach der Zusage der Kasse lässt sich Kreyer nicht nur den Auftrag vom Kunden unterschreiben, sondern auch gleich eine Abtretungserklärung, die bestätigt, dass die Pflegekasse direkt an das Unternehmen überweisen darf.

Petra Kreyer: "Der Aufwand zahlt sich aus, weil ich die Aufträge dann auch bekomme.“

80 Prozent von Kreyers Kunden wünschen einen bedarfsorientierten Umbau. Die Bandbreite der Maßnahmen ist groß und für manche Kunden sind schon Einzelmaßnahmen ein finanzieller Kraftakt. Indem Petra Kreyer über Finanzierungsmöglichkeiten informiert, fallen auch diese nicht durch den Rost.

Nicht für alle Fördermaßnahmen ist Pflegebedürftigkeit eine Voraussetzung. Den im Herbst vergangenen Jahres neu aufgelegten Investitionszuschuss der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Programm 455) kann jeder beantragen. Bis zu 5.000 Euro Zuschuss bekommen Bauherren, wenn sie durch Umbaumaßnahmen in ihrer Wohnung Barrieren reduzieren. Der Antrag geht direkt an die KfW.

Banken müssen Anträge nicht weiterleiten

Alternativ gibt es einen zinsgünstigen Kredit der KfW, bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit sind möglich (KfW-Programm 159). Allerdings muss dieser Antrag von der Hausbank weitergeleitet werden, was viele Institute nicht gerne tun. Einen Anspruch auf die Bearbeitung durch die Bank gibt es nicht, wohl aber die Möglichkeit, bei verschiedenen Instituten nachzufragen.

Wer umfangreicher saniert, sollte außerdem prüfen, ob neben den ­Fördergeldern aus dem "altersgerechten Topf" auch noch Gelder aus dem "Energieeffizienz-Topf" fließen könnten – auch hier gibt es eine Zuschuss- und eine Kreditvariante (KfW-Programme 430 und 151).

Zuschüsse bieten außerdem die Wohnbauförderungen der Bundesländer. Von Region zu Region unterscheiden sich die Konditionen stark. Überblick bietet die Stichwortsuche in einer Suchmaschine "Wohnbauförderung + Bundesland".

Es gibt viele Organisationen, die helfen

Wer aus gesundheitlichen Gründen zu einem Umbau gezwungen ist, hat weitere Möglichkeiten. Martin Haja aus Riedstadt berät Menschen bei der Finanzierung ihres barrierefreien Umbaus. Einer Kundin fehlten nur noch 1.500 Euro, um Umbaumaßnahmen zu ermöglichen, die wegen ihrer Erkrankung an Multipler Sklerose nötig geworden waren. Haja forschte im Internet über die Suchbegriffe "Stiftung" und "barrierefreier Umbau" und wurde bei der Beckenbauer-Stiftung fündig. Vollkommen unkompliziert übernahm sie den Fehlbetrag. "Es gibt da so viele Organisationen, die helfen, man muss sie nur finden", betont Haja.

Zwei Punkte sind laut Haja bei allen Finanzierungen wichtig:
1. Die Anträge müssen vorab gestellt werden, mit den Maßnahmen darf erst nach Zusage begonnen werden.
2. Alle Einrichtungen, egal ob Pflegekassen, KfW oder Stiftungen, verlangen vom Antragsteller, dass er offenlegt, von wo er sonst noch Gelder bekommt. "Wer da nicht mit offenen Karten spielt, handelt sich schnell den Vorwurf des Subventionsbetrugs ein. Das ist nicht lustig", warnt Haja.

Nützliche Links: seniobau.com , bad-und-raum.com , kfw.de , foerderdatenbank.de .

Geld für Umbaumaßnahmen

Wer altersgerecht umbauen will, kann Zuschüsse oder Kredite bekommen:
  • Kreditanstalt für Wiederaufbau: kfw.de/altersgerechtumbauen
  • Wohnungsbauförderung der Bundesländer: Höhe und Konditionen abhängig vom jeweiligen Land
  • Pflegekassen, seit Januar 2015 bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme; Anträge sind zu richten an die persönliche Pflegekasse
  • Rentenversicherung: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, Infos unter deutsche-rentenversicherung.de, „berufliche Rehabilitation“
  • Berufsgenossenschaften und Unfallkassen: für Menschen mit einer im Beruf erworbenen Schädigung, dguv.de
  • Integrationsamt: Menschen mit Behinderung, integrationsaemter.de
  • Stiftungen: abhängig vom Stiftungszweck
  • Sozialamt: für Empfänger von Sozialhilfe