Zwei Wettkampftage, 19 Stunden Arbeit - dann stand es fest: Gewinner des Leistungswettbwerbs "Profis leisten was" der Tischler ist Manuel Chmiel aus Kaufbeuren. Für ihn steht nun kommendes Jahr eine große Reise an.

Manuel Chmiel ist Deutschlands bester Nachwuchs-Tischler. Der Kaufbeurer setzte sich beim Bundesleistungswettbewerb "Profis leisten was" in Hamburg gegen 14 Konkurrenten durch. Auf dem zweiten und dritten Platz landeten Nico Schwer aus Holtland in Niedersachsen und Thomas Maneke aus Berlin.
An zwei Wettkampftagen mussten die Jugendlichen ihr Können beweisen und innerhalb von 19 Stunden anhand einer Fertigungszeichnung ein Sideboard mit Schubkästen und Klappe anfertigen.
"Es war eine wahnsinnig tolle Erfahrung mit all den Leuten aus verschiedenen Bundesländern zu arbeiten", sagt Chmiel, der im Juli 2014 seine Ausbildung beendet hat. Obwohl die Konkurrenz groß war, lief der Wettkampf harmonisch ab. "Es war ganz oft jemand da, der einem zur Hand gegangen ist oder Werkzeug verliehen hat", erzählt der 21-Jährige.
Hohes Niveau der Wettbewerber
Eine Jury aus fünf Juroren bewertete die Arbeit der Jugendlichen. Ausschlaggebend war vor allem die Passgenauigkeit der beweglichen Teile – so brachte es viele Pluspunkte, wenn die Schublade sauber lief und die Klappe einwandfrei funktionierte.
Wie auch in den vergangenen Jahren war das Niveau der Wettbewerber sehr hoch. "Dass das Teilnehmerfeld aber bis zum Schluss derart eng zusammenlag wie in diesem Jahr, ist schon ungewöhnlich", sagte Jury-Mitglied Gunter Kiem. So waren es am Ende Nuancen, die über den Sieg entschieden.
Nun kommen die WorldSkills
Gewinner Chmiel ist nun für die WorldSkills 2015 in Sao Paolo qualifiziert. Bei den Berufsweltmeisterschaften im kommenden Jahr wird auch der Bundesleistungssieger aus dem Vorjahr, Johann Georg Bernwieser, teilnehmen.
Alle Finalisten des Bundesleistungswettbewerbs hätten einen großen Schritt in ihrem beruflichen Werdegang gemacht, unterstrich Konrad Steininger, Präsident des Verbandes Tischler-Schreiner Deutschland. "Mit der richtigen Einstellung, einem guten Ausbildungsbetrieb und unseren Bildungsstrukturen können es junge Tischler- und Schreinergesellen weit bringen", sagte Steininger. Engagierte Nachwuchstalente seien die idealen Botschafter für einen kreativen Ausbildungsberuf im Handwerk. dhz