Das Arbeiten auf dem Bau ist auch mit moderner Technik kein Zuckerschlecken. Das zeigt auch eine neue Info-Broschüre der BAuA. Gleichzeitig gibt das Institut Tipps, wie man Beschwerden und Unfällen vorbeugt.

Die Arbeit in Bauberufen ist trotz technischen Fortschritts häufig mit erschwerten Arbeitsbedingungen verbunden. Dabei gehört der Baubereich zu den Schlüsselbranchen in Deutschland.
Neues Infoblatt klärt auf
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) weist deshalb auf ein neues "Factsheet" hin, das über die Arbeitsbedingungen in der Baubranche aufklärt. Basierend auf der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012, fasst das aktuelle BAuA-Factsheet die wichtigsten Ergebnisse zu Arbeitsanforderungen und Beanspruchungen übersichtlich zusammen.
Im Vergleich mit anderen Wirtschaftszweigen weise die Baubranche eine erheblich höhere Zahl an Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen auf. So müssten beispielsweise viele ältere, in der Bauwirtschaft tätige ihren Beruf krankheitsbedingt vorzeitig aufgeben. Auch seien Bauberufe immer noch eine Männerdomäne.
Körperliche Arbeit nicht ohne Folgen
Das neue Faktenblatt der BAuA verdeutlicht, dass körperlich schwere Arbeit und erschwerte Arbeitsbedingungen für Beschäftigte nicht ohne Folgen bleiben. Zu den branchentypischen körperlichen Anforderungen würden die Arbeit im Stehen (92 Prozent), die Arbeit mit den Händen (79 Prozent), das Tragen schwerer Lasten (72 Prozent) sowie die Arbeit unter Zwangshaltung (64 Prozent) gehören.
Laut Baua finden sich diese Anforderungen im Bau deutlich häufiger als bei Männern in anderen Berufen. Faktoren wie Witterungsbedingungen oder monotone Tätigkeiten und Leistungsdruck würden erschwerend hinzukommen.
Beschwerden im Muskel-Skelett-Bereich
Dies spiegelt sich in den gesundheitlichen Beschwerden wieder. Während 40 Prozent der Erwerbstätigen in Bauberufen vier und mehr Beschwerden im Muskel-Skelett-Bereich angeben, berichten in der Vergleichsgruppe nur 17 Prozent davon. Doch auch bei den psychosomatischen Beschwerden zeigen sich laut BAuA Unterschiede. So sei knapp jeder Vierte der in den Bauberufen tätigen Befragten beschwerdefrei. In der Vergleichsgruppe ist es mehr als jeder Dritte.
Die Bundesanstalt verweist deshalb auf Maßnahmen wie eine ergonomische Arbeitsgestaltung sowie die Einhaltung von Verhaltensregeln, die in der Baubranche besonders wichtig seien. In Zeiten des demographischen Wandels können Arbeitsplätze mit verringerten körperlichen Belastungen dafür sorgen, dass Ältere ihrer Arbeit weiterhin nachgehen können.
Darüber hinaus ist laut Institut eine kontinuierliche Gesundheitsprävention wichtig, die bereits bei den Jüngeren in Bauberufen ein Bewusstsein für sicheres und gesundes Arbeiten weckt. Das Factsheet "Arbeitsbedingungen am Bau – immer noch schwere körperliche Arbeit trotz technischen Fortschritts" steht als kostenfreies PDF-Dokument auf der Webseite der BAuA zur Verfügung ( Factsheet 11). dhz