Energietipps für Betriebe Weniger Energiekosten: So können Bäckereien sparen

Backöfen, Kühlräume und Beleuchtung – die Liste der Energiefresser in Bäckereien ist lang. Wer den Energieverbrauch der einzelnen Geräte genau prüft, kann viel sparen. Auch andere Handwerksbetriebe können mit diesen Tipps ihre Energiekosten senken.

Bäckereien sollten auf einen energiebewussten Umgang mit den Backöfen achte. Sie verbrauchen sehr viel Energie. - © Foto: Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V., Darius Ramazani

Bäckereien zählen zu den energieintensivsten Betrieben im Handwerk. Um den Verbrauch und die Kosten zu senken, gibt es viele Ansätze. Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte "EnEff Bäckerei-Netzwerk" hat in einem Leitfaden wertvolle Tipps zusammengestellt.

Wer sich ernsthaft mit dem Thema Energieverbrauch auseinander setzen möchte, sollte einen Energiebeauftragten ernennen. Dieser sollte sich einen Überblick darüber verschaffen, welche Art von Energie im Betrieb verbraucht wird, welche Anlagen die meiste Energie verbrauchen und welche Kosten dadurch entstehen. Für eine umfassende Analyse sollten außerdem Messeinrichtungen installiert werden.

Das Ziel ist es, die wichtigsten Größen für den Energieverbrauch zu ermitteln. Aus diesen Ergebnissen können mit Hilfe eines online-Tools Einsparpotenziale berechnet werden. Dies gilt sowohl für die Backstube, also auch für die Filialen.

Energie sparen schadet der Qualität der Produkte nicht

Betrachtet man alle Ausgaben einer Bäckerei, so kommt der Energieverbrauch nur auf zwei bis fünf Prozent der gesamten Energiekosten. Im Vergleich dazu machen Material, Personal, Abschreibungen, Dienstleistungen und Pacht einen viel größeren Teil aus. Aber Einsparungen im Bereich Energie sind viel einfacher und ohne Qualitätsverlust umsetzbar.

Strom und Brennstoff in der Backstube verbrauchen über die Hälfte der Gesamtenergie des Betriebs. In der Filiale wird insgesamt ein Drittel an Strom und Brennstoff verbraucht und etwa zehn Prozent  entfallen auf den Treibstoff für die Belieferung der Verkaufsstellen.

Energieverbrauch in der Backstube

Der Backprozess ist der energieintensivste Arbeitsschritt in den Bäckereien. Da Backöfen die meiste Energie in einer Backstube benötigen, gibt es hier viel Einsparpotenzial. So kann Energie gespart werden:

  • Schwadenmenge kontrollieren und auf ein Minimum reduzieren
  • Oberfläche des Schwadenerzeugers regelmäßig reinigen und entkalken
  • keine halb vollen Öfen betreiben
  • Leerläufe im Produktionsprozess vermeiden und den Ofen bei Back-Pausen herunterfahren
  • mit einer Rauchgasklappe können zwei bis drei Prozent gespart werden. So kühlt der Ofen im Stillstand nicht aus
  • den Ofenbauer nach einer besseren Dämmung fragen
  • Zukünftige Entwicklungen bei der Neuanschaffung von Geräten mit einplanen. Systeme mit abschaltbaren Herden und Öfen sind dabei hilfreich

Kältetechnik ist heute ein wesentlicher Bestandteil von Bäckereien. Die meisten besitzen gleich mehrere Kühlräume mit unterschiedlichen Temperaturen, um die Ware zu Lagern und die Produktionsabläufe zeitlich besser zu planen. Auch hier gibt es Möglichkeiten den Energieverbrauch zu senken:

  • Kühltemperaturen nicht zu niedrig einstellen
  • Kühlräume gut isolieren
  • keine warmen Waren einlagern
  • Dichtungen der Türen prüfen und immer richtig schließen
  • Verdampfer im Kühlraum regelmäßig abtauen, da sich hier schnell Eisschichten bilden

Druckluft ist ein sehr teurer Energieträger, der in fast allen Backstuben zum Einsatz kommt. Druckluft wird mit einem Kompressor erzeugt, der Luft ansaugt, verdichtet und in ein Druckluft-Netz mit Druckluftspeicher einspeist. Wichtige Tipps hierzu sind:

  • Frischluftfilter regelmäßig warten
  • bei Neuanschaffungen auf die Energieeffizienz achten
  • Rohrleitungen möglichst gerade und kurz halten
  • Verluste bei Leerlauf und Stillstand überprüfen

Die Beleuchtung ist ein Thema, das sowohl für die Backstuben, als auch für die Filialen relevant ist. Andere Betriebe können ebenfalls von diesen Tipps Gebrauch machen:

In der Backstube

  • elektronische Vorschaltgeräte reduzieren den Energieverlust
  • T5 Lampen sind effizienter als die alten T8 Lampen
  • verspiegelte Abschirmungen verwenden
  • Bewegungsmelder in Gängen verwenden, die selten frequentiert werden. Dies gilt auch für die Filialen

In der Filiale

  • Glühbirnen gegen Energiesparlampen oder LED eintauschen. Damit wird bis zu 85 Prozent Energie gespart
  • zu starke Beleuchtung an den Arbeitsplätzen vermeiden. Ein Dimmer kann hier nützlich sein
  • tageslichtabhängige Steuerung verwenden

Energieverbrauch in der Filiale

Das frische Backen von Brötchen direkt in der Filiale, die Kühlschränke und -theken, Kaffee- und Spülmaschinen und Beleuchtung – das alles verbraucht Strom. Hier die Spartipps für die Filiale:

  • den leeren Ofen ausschalten spart bis zu 20 Prozent der Energiekosten des Gerätes
  • energieeffiziente Kühlgeräte verwenden
  • Temperatur im Kühlschrank nachmessen. Jedes Minusgrad mehr erhöht den Stromverbrauch
  • Kühlschränke in möglichst kühlen Räumen aufstellen
  • für offene Kühlgeräte außerhalb der Öffnungszeiten Türen oder Vorhänge verwenden. Kühlmöbel verbrauchen somit 40 Prozent weniger Strom
  • Spülmaschinen an das Warmwassernetz anschließen
  • leicht und strak verschmutztes Geschirr beim Spülen trennen
  • nur volle Spülmaschinen einschalten
  • Verkaufsraum nach Wärmetechnischen Kriterien gestalten: große offene Flächen vermeiden oder Wärmeschleier einrichten
  • Warmwasserverbrauch überprüfen
  • Kurse für sparsames Fahren anbieten jb