Bildung, Energiewende, Digitalisierung und die Lage in Europa, das waren die Themen über die beim Spitzengespräch zwischen dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Evangelischen Kirche diskutiert wurde. Einig waren sich alle, dass die berufliche Ausbildung gestärkt werden muss.

"Wir müssen die Berufsorientierung an kirchlichen Schulen intensivieren", darin stimmten die Vertreter des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Evangelischen Kirche (EKD) beim Spitzengespräch am 25. September in Berlin überein. Nur so könnte das Interesse der Schüler für die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk geweckt werden.
Der Akademisierung der Gesellschaft entgegenwirken
Sorge bekundeten beide Seiten, dass der Trend zum Studium sich immer weiter durchsetzen werde und damit negative Auswirkungen für das Handwerk entstehen. Kooperationen zwischen den Schulen und regionalen Handwerksorganisationen könnten helfen, mehr Jugendliche für das Handwerk zu begeistern .
Das Handwerk sei genau dadurch erfolgreich, dass Kunden sowie Beschäftigte mit Wertschätzung behandelt würden und kontinuierlich in die Ausbildung der Jugendlichen und die fachliche Qualifikation der Mitarbeiter investiert würde. "Wertschöpfung durch Wertschätzung schaffe Vertrauen", so Hans Peter Wollseifer, Präsident des ZDH.
Außerdem wurde bekräftigt, dass die duale Ausbildung und der Meisterbrief die Grundlage für die hohe Qualität im Handwerk liefern. Dieses Ausbildungssystem müsse auch in Zukunft gegen Deregulierungsbestrebungen der EU-Kommission geschützt werden.
Energiekosten gerechter verteilen
Neben dem Bereich Bildung wurden auch Meinungen zur Energiewende und zur Digitalisierung ausgetauscht. Im Bereich Energiewende müssten mehr steuerliche Anreize und eine gerechtere Lastenverteilung geschaffen werden. Außerdem sei eine flächendeckende Breitbandversorgung im ländlichen Raum notwendig.
Der Austausch zwischen beiden Gruppen hat eine lange Tradition. Seit fast fünfzig Jahren existiert der Zentrale Arbeitskreis Kirche und Handwerk – "ein Ort des lebendigen und förderlichen Gesprächs", wie EKD-Ratspräsident Nikolaus Scheider feststellte. dhz