Im Zuge der EEG-Novelle sollen auch Ökostrom-Eigenerzeuger mit der EEG-Umlage belastet werden. Das stößt auf Kritik beim E-Handwerk. Die Branche sieht eine Gefahr für die Energiewende und präsentiert Lösungsansätze.

Im Zuge der EEG-Reform sollen alle Formen der Eigenversorgung mit 40 Prozent der EEG-Umlage belastet werden. Nach Auffassung des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) gefährde das die Akzeptanz der Energiewendepolitik.
Schaffung falscher Anreize
"Die Energiewende war bislang von breitem bürgerschaftlichen Engagement getragen. Es steht zu befürchten, dass dieses Engagement nun abgewürgt wird, weil investitionsunwillige Verbraucher sowie kleine und mittelständische Unternehmer nun zusätzlich zu den erhöhten Investitionskosten in die Photovoltaik-Anlage auch noch mit der EEG-Umlage belastet werden", so ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi.
Laut Verband macht die Belastung von kleinen PV-Anlagen mit der EEG-Umlage keinen Sinn. Zum einen werde ein Anreiz gesetzt, eher einzuspeisen, als den Eigenverbrauch zu optimieren. Laut ZVEH hat das zur Folge, dass die Netze die Verteilung der erneuerbaren Energien zu schultern haben. Zum anderen führe die Einspeisung dazu, dass der Strom aus erneuerbaren Energien vermarktet werden muss. Nach Einschätzung des ZVEH führe das zu Differenzkosten, die wiederum über die EEG-Umlage getragen werden müssen.
Kleinanlagen weiter fördern
Nach Meinung von Jakobi mache die Belastung von PV-Kleinanlagen auch aus weiteren Gründen keinen Sinn. "Die Bundesregierung konterkariert damit ihre eigenen Förderprogramme für den Ausbau von Speichern mit Photovoltaik-Anlagen. Betreiber von Kleinanlagen werden angesichts der Belastung mit der EEG-Umlage nun nicht mehr bereit sein, die zusätzlichen Kosten für netzdienliche Speicher zu tragen".
Nach Ansicht des ZVEH wäre es besser, den Ansatz der Förderung von PV-Kleinanlagen auch in Zusammenhang mit Speichern weiter konsequent zu fördern, um so klare Signale zu setzen. "Aus unserer Sicht macht eine Freistellung von Eigenverbrauch aus PV-Anlagen bis zu einer Größe von 100 kWp (Kilowatt Peak) absolut Sinn", sagt Jakobi.
Berechtigte Forderungen, nach denen sich auch die Eigenverbrauchsanlagen an den Kosten der Energiewende beteiligen sollen, lassen sich nach Auffassung des ZVEH nicht über die EEG-Umlage, sondern beispielsweise über die Netzentgelte erfüllen.
Die Bundesregierung sollte statt mit den derzeit diskutierten zusätzlichen Belastungen die Bürger-Energiewende abzuwürgen, dringend nach neuen Wegen suchen, die Bürger stärker mit einzubeziehen. Deshalb fordert der ZVEH statt einer EEG-Umlage auf Eigenverbrauchsanlagen endlich eine Flexibilisierung des Strommarktes zu schaffen, die es weiten Teilen der Bevölkerung ermöglicht, sinnvoll zur Entlastung der Netze und der Nutzung von erneuerbaren Energien beizutragen. dhz