Neben der Privathaftpflicht gehört die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu den wichtigsten Versicherungen. Einige Handwerksberufe zählen zur hohen Risikogruppe. Bei Abschluss einer BU müssen allerdings mehrere Punkte beachtet werden.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt in der Regel dann, wenn ein Berufstätiger seinen versicherten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausführen kann. Gezahlt wird dann die im Vertrag vereinbarte monatliche Summe zumeist bis zum Renteneintritt.
Damit soll der durch die Berufsunfähigkeit entstandene Einkommensverlust ausgeglichen und der Lebensstandard gehalten werden. Im Gegensatz zur Erwerbsunfähigkeit, die die generelle Arbeitsfähigkeit beschreibt, bezieht sich die Berufsunfähigkeit auf einen ganz bestimmten Beruf. Eine Berufsunfähigkeit kann vielfältige Ursachen haben, wie Unfälle, psychische oder physische Krankheiten.
Individuelle Tarife für die BU
Da eine Berufsunfähigkeitsversicherung von mehreren Faktoren bestimmt wird, sind die Tarife sehr individuell. Auch je nach persönlicher Situation kann ein anderer Tarif sinnvoll sein. Unter anderem sind Alter, Gesundheitszustand und die gewünschte Rentensumme maßgeblich. Aber auch die Risikoklasse des versicherten Berufs ist entscheidend.
Handwerker in hoher Risikogruppe
Handwerkliche Berufe sind besonders häufig von Berufsunfähigkeit betroffen. Laut Bund der Versicherten erreichen hier 40-50 Prozent der Berufstätigen nicht voll berufsfähig das gesetzliche Renteneintrittsalter. Besonders gefährdet sind Berufe auf dem Bau, wie Dachdecker und Gerüstbauer, aber beispielsweise auch Bergleute oder Fahrzeuglackierer.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, bestimmte Aspekte der oft körperlichen Arbeit nicht mehr ausführen zu können. Eine höhere Risikogruppe bedeutet für den Versicherten allerdings, dass die monatlichen Beiträge bei gleicher Auszahlungssumme höher sind als bei Berufen mit niedrigerem Risiko. Generell gilt: Je jünger und gesünder der Versicherte bei Versicherungseintritt ist, desto geringer sind die monatlichen Beiträge.
Was zu beachten ist
Laut dem Online-Verbraucherportal 1a.net müssen einige Faktoren zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung berücksichtigt werden. Dazu gehören:
- monatliche Beiträge
- Auszahlungssumme im Versicherungsfall. Diese sollte so angesetzt werden, dass der Lebensstandard auch im Versicherungsfall gehalten werden kann.
- Verzicht auf abstrakte Verweisung. Sie besagt, dass der Berufsunfähige, wenn er eine andere, gleichwertige Tätigkeit noch ausführen kann, keinen Anspruch auf Zahlungen aus der Versicherung hat.
- Nachversicherungsgarantie: Dies ermöglicht dem Versicherten eine spätere Aufstockung der Versicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung.
- Gesundheitsfragen bei Antragsstellung unbedingt wahrheitsgemäß beantworten. Der Versicherer kann sonst im Schadensfall eine Zahlung verweigern.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte jeder Erwerbstätige, vor allem aber Handwerker, abschließen, um finanzielle Einbußen bei Berufsunfähigkeit abfedern zu können. Die verschiedenen Tarife sollten jedoch sorgfältig geprüft werden, eine ausführliche, persönliche und unabhängige Beratung ist von Vorteil. dhz