Jahresbilanz der Augenoptiker Augenoptik: Fit machen für die digitale Zukunft

Die deutschen Augenoptiker bauen ihren Umsatz aus. Allerdings muss sich die Branche fit machen für die digitale Zukunft, um sich gegen ihre Online-Konkurrenten zu wehren. Strategien dafür gibt es bereits.

Die mittelständischen Augenoptiker haben 2013 ein Umsatzplus erwirtschaftet, müssen aber insgesamt fitter für die digitale Zukunft werden, um sich gegenüber der Online-Konkurrenz zu behaupten. - © Foto: Robert Kneschke/Fotolia.com

Der Umsatz der Augenoptik-Branche ist auch 2013 gestiegen. Insgesamt hat die Branche einen Umsatz von knapp 5,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Laut Angaben des Zentralverbands der Augenoptiker (ZVA) stehe der Umsatzsteigerung der stationären Augenoptiker auf rund 5,4 Milliarden Euro eine gleichbleibende Stückzahl von verkauften Brillen gegenüber. 11,3 Millionen Brillen haben die Augenoptiker 2013 verkauft.

Filialisten haben großen Anteil

Allerdings betont der Verband, dass die Filialisten einen großen Anteil am Umsatzplus haben. Auch die Stückzahl der verkauften Brillen wäre ohne die Filialisten nicht zustande gekommen. Der Kundenverkehr beim mittelständischen Augenoptiker habe dadurch aber nicht abgenommen. Vielmehr sei die Zahl der Sehkorrektionen gewachsen, denn die Anzahl der verkauften Brillengläser ist im Vergleich zu 2012 um ein Prozent auf 35,36 Millionen Stück angestiegen. Insgesamt haben die Augenoptiker im vergangenen Jahr  in 6,5 Millionen vorhandene Brillen neue Brillengläser eingearbeitet.

Diese Dienstleistung erbringen die Augenoptiker aber nicht nur im Hinblick auf ihren eigenen Verkauf. Denn eine Augenprüfung  ist auch im Falle eines Brillenkaufs im Internet erforderlich. Laut ZVA verschärfen die steigenden Zahlen der im Internet verkauften Brillen und Kontaktlinsen den Wettbewerb für die mittelständischen Augenoptiker. 2013 wurden laut Angaben der Onlinehändler 500.000 Brillen mit Sehstärke über das Internet gekauft.

Aus diesem Grund müsse sich der Mittelstand auf die sich ändernden Marktbedingungen in Deutschland einstellen und neue Aufgaben übernehmen, heißt beim ZVA. Es sei jedoch nicht in erster Linie das Internet, das dem Fachhandel zusetzt. Vielmehr nutzen die Filialisten wie "Fielmann" oder "Apollo Optik"  ihre Wettbewerbsvorteile wie beispielsweise Preisvorteile oder Mengenrabatte weiter aus, heißt es beim Verband.

Fit machen für online

Der Verband appelliert an die mittelständischen Augenoptiker, sich nicht nur auf ihre Stärken zu besinnen, sondern sich zeitgleich auch auf die neuen Möglichkeiten einer digitalisierten Welt und damit verbundene neue Kaufgewohnheiten der Kunden einstellen.

In Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) arbeitet der ZVA derzeit an einem Berufslaufbahnkonzept, damit die Augenoptiker auch künftig einen Großteil zur Seh-Versorgung in Deutschland beitragen. "Wir werden den Berufsstand mit diesem Pilotprojekt langfristig im Handwerk weiterentwickeln", sagt ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod.

Ein erster Schritt, online auf sich aufmerksam zu machen und stationär zu verkaufen, ist die Kommunikationsoffensive "Einmal im Jahr zum Optiker". Durch deren große Onlinepräsenz wird auf die Wichtigkeit des optimalen Sehens sowie auf die Korrektionsmöglichkeiten von Fehlsichtigkeiten hingewiesen. cle