Kritik an Discountern Metzger: Billigpreise schaden Produzenten und Verbrauchern

Wurst und Fleisch gibt es auch bei Discount-Supermärkten. Die Preise dort sind deutlich niedriger als in der Metzgerei – und sollen weiter sinken. Heftige Kritik daran kommt vom Verband der deutschen Fleischer. Sie präsentieren einen Lösungsansatz.

Wurst und Fleisch gibt es im Supermarkt zu immer niedrigeren Preisen. Genau das kritisiert der Verband der deutschen Fleischer und schlägt statt eines Preis- einen Qualitätswettbewerb vor. - © Foto: Pavel Losevsky/fotolia

Der deutsche Fleischer-Verband kritisiert die neueste Preissenkungswelle für Fleisch und Wurst. Der Verband befürchtet, dass der anhaltende Niedrigpreis-Wettbewerb in Lebensmittel-Handel und -Discount sich mittelfristig auf Vielfalt und Qualität auswirkt.

"Je mehr Fleisch und Wurst zu Ramschartikeln verkommen, desto stärker sinkt deren Wertschätzung", sagt Heinz-Werner Süss, Präsident des Deutschen Fleischer Verbandes. Laut Ansicht des Verbands gehe die „Immer-billiger-und-immer-mehr-Strategie“ in die falsche Richtung.

Metzger für Qualitätswettbewerb

Stattdessen spricht sich Süss für einen Qualitätswettbewerb aus: "Eine faire Partnerschaft mit fairen Preisen zwischen Bauern, Lieferanten, Fleischern und Kunden ist keine Träumerei, sondern ein Modell, das in der Region zu stabilen und auskömmlichen Wirtschaftskreisläufen führt."

Inzwischen gebe es einen breiten gesellschaftlichen Konsens über die Bedeutung von Qualität, Nachhaltigkeit und Preiswürdigkeit von Lebensmitteln. "Die heftigen, ablehnenden Reaktionen in Politik und Gesellschaft auf die neueste Preisschlacht zeigen uns, dass sich hier langsam aber sicher ein Wertewandel vollzieht. Es scheint, als hätten die Discounter das noch nicht erkannt", so Süss.

Metzger kritisieren Ware als Lockangebot

Darüber hinaus kritisiert der Verband die Funktion von Fleisch und Wurst als Lockangebot im Preiswettbewerb der Discounter untereinander. "In dieser Mischkalkulation müssen sich die Händler von ihren Kunden bei anderen Produkten den Gewinn zurückholen, auf dem sie bei Fleisch und Wurst bewusst verzichten", erläutert DFV-Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs. So erfüllten Billigstpreise nur eine Köderfunktion.

"Niemand sollte denken, dass dem Kunden hier etwas Gutes getan werden soll. Jeder Händler muss darauf achten, dass der Deckungsbeitrag für seinen Laden stimmt", so Fuchs weiter.

Laut Verband gehe der intensive Preis- und Verdrängungswettbewerb auf Kosten des Verbrauchers. "Wer unter starkem Kostendruck produziert, muss zwangsweise immer effizienter werden. Wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, geht das am Ende nur auf Kosten von Produktvielfalt oder –qualität", sagt Fuchs abschließend. dhz