Der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) hat auf seiner Jahrespressekonferenz das Vorhaben des ADAC zur Einrichtung eines Werkstattnetzes kritisiert. "Das ist so überflüssig wie ein Kropf", sagte ZDK-Präsident Robert Rademacher. Der Verband zog ansonsten eine zwiespältige konjunkturelle Bilanz des vergangenen Jahres.
Frank Muck

Der ZDK setzte sich mit der aktuellen Situation des ADAC auseinander und riet dem Automobilclub, sich auf das "mitgliedergetriebene Kerngeschäft" zu konzentrieren. Das Konzept, ein Werkstattnetz aufzubauen, solle ebenso wie alle anderen Aktivitäten des ADAC auf den Prüstand gestellt werden. Die Planungen des ADAC sieht der ZDK naturgemäß sehr kritisch. Der Verband warf dem ADAC vor, die Sogwirkung seiner Marke ausnutzen zu wollen, um sich auch noch im Werkstattgeschäft einzumischen. Auf dem Servicemarkt gebe es bereits genug Wettbewerb, betonte Rademacher.
Im Übrigen gehöre dies einfach nicht zu den Aufgaben eines Automobilclubs. Denn sobald dieser selbst im Werkstattmarkt aktiv sei, könne er seiner eigentlichen Aufgabe, als neutraler Qualitätsbeobachter und Tester für die Autofahrer tätig zu sein, nicht mehr nachkommen.
Profitieren würde im Übrigen nur der ADAC. Weder die Kunden noch die beteiligten Werkstätten hätten Vorteile. Die Werkstätten müssten neben einem Rabatt auf den Servicelohn kostspielige Auflagen erfüllen und eine Umsatzbeteiligung an den ADAC abführen. Manche der bisherigen Abschlepppartner hätten sich dem Vertrag nur deshalb abgeschlossen, weil sie sonst wirtschaftliche Nachteile fürchteten. Die Pläne gehörten komplett vom Tisch, so Rademacher.
Verband möchte Sonderabschreibung für E-Fahrzeuge
Eine andere Forderung richtete sich an die Politik. Um die Verbreitung von gewerblich genutzten Fahrzeugen mit alternativen Antrieben zu fördern, schlägt der ZDK die Einführung einer Sonderabschreibung in Höhe von 50 Prozent der Anschaffungskosten solcher Fahrzeuge im ersten Jahr der Nutzung vor. Maßgeblich für die Sonderabschreibung solle der CO2-Ausstoß sein. Aus Sicht des Verbandes wäre dies ein sinnvoller Schritt, den Verkauf besonders von Elektrofahrzeugen zu steigern. Die Bundesregierung will das Ziel von einer Million E-Fahrzeugen bis zum Jahr 2020 erreichen.
Die Bilanz des Autojahres 2013 fällt insgesamt zwiespältig aus. Allein im Werkstattgeschäft und beim Gebrauchtwagenverkauf konnten höhere Umsätze erzielt werden. Im Service wuchs der Umsatz um 2,3 Prozent auf 30,9 Milliarden Euro (2012: 30,2 Milliarden Euro). Der Gebrauchtwagenhandel erwirtschaftete mit 46,1 Milliarden Euro 4,2 Prozent mehr Umsatz gegenüber dem Vorjahr (2012: 44,2 Milliarden Euro). Beim Neuwagengeschäft gingen die Umsätze um 4,6 Prozent auf 52 Milliarden Euro zurück (2012: 54,6 Milliarden Euro). Der Anteil der Hersteller- und der hersteller-induzierten Händlerzulassungen sei dagegen auf 29,7 Prozent der Neuzulassungen gewachsen und habe damit ein neues Höchstniveau erreicht.

Rendite weiterhin zu niedrig
Erfreulich sei, dass sich die Bruttogewinne im Neuwagengeschäft besser gehalten und im Gebrauchtwagenhandel sogar erholt hätten. Trotz dieser Entwicklungen und eines ansonsten stabilen Ertrags im Service sei die durchschnittliche Rendite von 1,3 Prozent immer noch nicht befriedigend. "Die Händler in den USA melden für 2013 über 2,5 Prozent durchschnittliche Umsatzrendite. Die würden wir uns auch wünschen", sagte Rademacher.
Trotz der Attraktivität der Kfz-Berufe hat auch diese Branche mit rückläufigen Lehrlingszahlen zu kämpfen. Grund sei die demografische Entwicklung. Die Zahl der Abgänger aus allgemeinbildenden Schulen sei im vergangenen Jahr um 20.500 gegenüber dem Referenzjahr 2000 zurückgegangen. Die Zahl der Auszubildenden fiel um 3,2 Prozent auf 87.490 (2012: 90.345). Im vergangenen Jahr wuren 23.860 neue Ausbildungsverträge geschlossen und damit um 8,9 Prozent weniger als im jahr 2012 (26.190).